Spanien : Homosexueller Fußball-Schiedsrichter gibt auf

Weil er die Beleidigungen nicht mehr ausgehalten hat, hört Jesús Tomillero als Fußballschiedsrichter auf. Er war der einzige offen schwule spanische Referee.

Manche sind schon längst weiter: Fußballfans halten 2011 bei der Begegnung Bremen gegen Dortmund ein Banner gegen Homophobie hoch. Foto: Malte Schrader/dpa
Manche sind schon längst weiter: Fußballfans halten 2011 bei der Begegnung Bremen gegen Dortmund ein Banner gegen Homophobie hoch.Foto: Malte Schrader/dpa

Der Spanier Jesús Tomillero, homosexueller Fußballschiedsrichter, hat aufgrund von Anfeindungen aus dem Publikum sein Hobby aufgegeben. „Ich habe die Beleidigungen einfach nicht mehr ausgehalten“, berichtete der 21-Jährige, der Spiele von Jugend- und Amateurmannschaften in der südspanischen Region Andalusien gepfiffen hatte.

Wie die Zeitung „El País“ am Donnerstag berichtete, war Tomillero der einzige Referee im spanischen Fußball, der offen mit seiner Homosexualität umgeht. „Das Schlimmste waren nicht die Beleidigungen, sondern dass andere Zuschauer auch noch darüber gelacht haben“, sagte er. „Die Schiedsrichterei war mein Leben. Nun weiß ich auch nicht, was ich machen soll.“

Tomillero ist von Beruf Kellner und Mitglied der Jugendorganisation der konservativen Volkspartei des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Im März habe er den Zeugwart eines Vereins wegen homophober Äußerungen angezeigt, berichtete er der Zeitung. Daraufhin habe er aufmunternde Zuschriften von Rajoy und vom Chef der Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, erhalten. (dpa)

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