Berlin : Rassistische Attacken: Opfer schwer verletzt

Gleich zwei Menschen sind am Sonntag Opfer fremdenfeindlicher Übergriffe geworden: In Prenzlauer Berg wurde ein 23-jähriger Mann, über dessen Nationalität die Polizei keine Angaben machen konnte, derart attackiert, dass ihm fast das Genick gebrochen wurde. In Spandau gelang es Mitreisenden, einem Deutsch-Gambier beizustehen, der mit rechtsextremen Parolen in der S-Bahn beschimpft worden war.

Die Attacke in Prenzlauer Berg ereignete sich am Morgen gegen 5.20 Uhr: Ein 23-jähriger Mann hatte eine Frau nach dem Weg gefragt, und soll laut Polizei danach versucht haben, sie auf einen Kaffee einzuladen. Drei Männer beleidigten ihn daraufhin fremdenfeindlich, unter anderem mit Sprüchen wie „Lass unsere Frauen in Ruhe“ und „Ausländer, geh’ nach Hause“. Der 23-Jährige soll daraufhin aggressiv auf das Trio losgegangen sein. Zeugen hatten nach Angaben der Polizei noch versucht, ihn zurückzuhalten, was ihnen aber nicht gelang. Einer aus der Dreier-Gruppe schlug den Mann mit der Faust zu Boden, dann wurde dem Opfer gezielt gegen den Kopf getreten. Die Täter flüchteten. Der 23-Jährige befand sich am Montag in Lebensgefahr. Die Verletzung seines Halswirbels sei nach Angaben der Ärzte die Vorstufe eines Genickbruchs, hieß es bei der Polizei. Der Staatsschutz ermittelt.

Am Sonntagabend kam es zu einem weiteren Vorfall: Ein 37-jähriger Deutscher gambischer Herkunft wurde in einer S-Bahn der Linie 5 zwischen Pichelsberg und Spandau gegen 22.30 Uhr von drei Männern und einer Frau im Alter von 21 bis 41 Jahren mit rassistischen und rechtsextremen Parolen beleidigt. Mehrere Leute, die mit dem Opfer in einer Gruppe unterwegs waren, stellten sich demonstrativ zu ihm und wählten den Notruf. Auf dem Bahnhof Spandau griffen die Polizisten ein. Sie nahmen die stark alkoholisierten Tatverdächtigen fest. Bei ihnen fanden sie einen Schlagring, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe und ein verfälschtes Dokument. Unter den Verdächtigen befindet sich laut Bundespolizei auch ein Tscheche. Alle vorläufig Festgenommenen sind polizeilich vorbelastet wegen unterschiedlicher Delikte, unter anderem wegen Raubes. Einer von ihnen ist bereits wegen einer rechtsextremen Tat aktenkundig. tabu

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