Rassistische Beleidigung : Pöbelndem Schaffner droht Strafe

Der Zugbegleiter soll eine Kreuzberger Schulklasse rassistisch beleidigt haben. Die Bahn untersucht den Vorfall. Wenn sich der Sachverhalt bestätigt, gibt es dienstrechtliche Konsequenzen.

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Am Ostbahnhof beleidigte ein Zugbegleiter eine Kreuzberger Schulklasse mit rassistischen Äußerungen. Foto: dpa
Am Ostbahnhof beleidigte ein Zugbegleiter eine Kreuzberger Schulklasse mit rassistischen Äußerungen.Foto: dpa

Dem Schaffner, der in der vergangenen Woche eine Kreuzberger Schulklasse rassistisch beleidigt haben soll, drohen dienstrechtliche Konsequenzen. Als Schüler der Carl-von-Ossietzky-Schule am Ostbahnhof in einen Zug stiegen, hörten Eltern, wie der Zugbegleiter zu seinem Kollegen sagte: „Da haste ’nen Zug voller Kanaken!“ Die Deutsche Bahn äußerte am Mittwoch ihr „ausdrückliches Bedauern“ darüber, „dass es nach ersten Erkenntnissen offensichtlich zu dieser abfälligen und diskriminierenden Äußerung unseres Mitarbeiters“ gekommen ist. Der Mann werde jetzt eingehend befragt. Sollte sich der Sachverhalt bestätigen, werde das dienstrechtliche Folgen haben. Zudem muss er mit strafrechtlichen Ermittlungen rechnen, da die Eltern Anzeige wegen Beleidigung erstattet haben. Das Delikt kann mit einer Strafe bis zu einem Jahr geahndet werden. Gleichzeitig hat aber auch der Zugbegleiter die Eltern angezeigt, da er sich von ihnen bedrängt fühlte.

Nach einem Vorfall im Februar, als eine ebenfalls aus Kreuzberg stammende Grundschulklasse in einem S-Bahn-Zug mit antisemitischen und rassistischen Pöbeleien attackiert wurde, hat die Bahn das Gespräch mit Vertretern der Bildungsverwaltung, des Bezirks und der Schule gesucht. Das Ergebnis sei von allen Seiten positiv gewertet worden, teilte die Bahn mit. Ein Fahrgast hatte die Schüler mit den Worten „Türkenpack ab nach Auschwitz“ beschimpft. Der Zugfahrer ließ den Zug mit dem Täter weiterfahren, so dass dieser unerkannt entkommen konnte. Laut Bahn kamen bei dem Gespräch alle Beteiligten zu dem Schluss, dass dem Zugführer kein Fehlverhalten vorzuwerfen war. Außerdem sei mit der Schulleitung ein gemeinsames Projekt vereinbart worden.

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