Rentengerechtigkeit für Mütter : 50.000 Unterschriften an den Bundestag

Um eine Angleichung der so genannten "Mütterrente" zu erreichen, ist eine Gruppe von sechs Frauen extra aus Süd- und Norddeutschland nach Berlin gereist. Im Bundestag haben sie Staatsministerin Böhmer eine Petition mit 50.000 Unterschriften überreicht.

Kristina Wollseifen
Gleich geht's in den Bundestag, um die Petition abzugeben: Monika Descharmes mit Evelyn Riener, Maria Bösch, Christina Maurer, Gabriele Graf und Maria Blaseg (von links).
Gleich geht's in den Bundestag, um die Petition abzugeben: Monika Descharmes mit Evelyn Riener, Maria Bösch, Christina Maurer,...Foto: Kristina Wollseifen

"Wir wollen jüngere und ältere Mütter nicht gegeneinander ausspielen", sagt Monika Descharmes. "Wir wollen einfach eine Rentengerechtigkeit erreichen." Sie und ihre vier Begleiterinnen zählen sich zu den älteren Müttern. Und sie finden es ungerecht, dass sie deswegen weniger Renten-Entgeltpunkte erhalten. Denn eine Frau, die ein Kind vor 1992 zur Welt gebracht hat, bekommt monatlich einen Rentenpunkt, also 28 Euro vom Bund. Wer allerdings nach 1992 Mutter geworden ist, bekommt drei Rentenpunkte. Monatlich sind das 84 Euro, also 56 Euro mehr. Der Renten-Entgeltpunkt beträgt im Osten 25 Euro pro Monat.

Frauen reichen Petition zur Mütterrente ein

Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, sind die Frauen, die alle politisch aktiv sind oder in der Politik arbeiten, extra aus Süd- und Norddeutschland nach Berlin gereist. Im Bundestag haben sie Maria Böhmer (CDU/CSU), Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin, eine Petition übergeben. Knapp 50.000 Unterschriften haben sie bisher in ihren Bezirken, aber auch vor allem online, seit Anfang des Jahres gesammelt. Die Union verspricht für die nächste Legislaturperiode, die Mütter von Kindern, die vor 1992 geboren wurden, besser zu stellen. 28 Euro sollen sie dann pro Monat und Kind mehr bekommen. Ob der Bundeshaushalt dadurch zusätzlich belastet wird oder nicht, ist strittig. Maria Böhmer soll aber zuversichtlich sein.

"Es kann einfach nicht sein, dass die Mütter, die die heutigen Steuerzahler großgezogen haben, im Alter zum Sozialamt müssen", sagt Descharnes. Die 69-jährige Gabriele Graf, Mitglied der Gruppe, hat beispielsweise fünf Kinder großgezogen - und muss immer noch Vollzeit arbeiten, da sie mit 800 Euro Rente nicht über die Runden kommt. Eine Angleichung würde also auch Altersarmut vorbeugen. Die Frauengruppe will nun genau beobachten, was in nächster Zeit und vor allem nach der Wahl passiert. "Sonst kommt es zum Müttersturm", so Monika Descharmes.

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