Robuste Mittel : Pirat Claus-Brunner lehnt Einladung schroff ab

Die Piraten verteidigen ihre Unabhängigkeit gegenüber Lobbyisten – im Zweifel auch mit robusten Mitteln. Das trifft zumindest auf Gerwald Claus-Brunner zu, Abgeordneter und bekannt als Träger von Arbeiterlatzhosen.

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Gerwald Claus-Brunner
Gerwald Claus-BrunnerFoto: dapd

Der Völklinger Kreis, ein Verband schwuler Führungskräfte, hatte Claus-Brunner, wie alle anderen Mitglieder des Abgeordnetenhauses, zu einem Jahresempfang im Roten Rathaus eingeladen. Als Gastredner angekündigt ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). In seiner Antwort fordert Claus-Brunner den Völklinger Kreis auf, weitere Briefe zu unterlassen. Auch heißt es: „Bei weiterer Zuwiderhandlung behalte ich mir weitere rechtliche Schritte vor.“

Auf Nachfrage sagte Claus-Brunner, als Abgeordneter zwar durchaus mit „Betroffenen“ ins Gespräch kommen zu wollen, aber grundsätzlich nicht mit „Lobbyisten“. Von deren Ansichten wolle er nur durch Ausschussdokumente mit offizieller Drucksachennummer erfahren. Auch lege er Wert darauf, seinen Posteingang übersichtlich zu halten. Den Völklinger Kreis bezeichnete er als „Elitenzusammenschluss von Bessergestellten“, mit dem er nichts zu tun haben wolle. Er behalte sich deshalb beispielsweise eine Unterlassungsklage gegen den Verband vor. Auf ungewollte Schreiben antworte er aber zunächst immer sehr höflich, sagte Claus-Brunner.

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Erst wer ihm weiter schreibe, erhalte einen weniger höflichen Brief und schließlich sogar ein Schreiben wie jenes, das den Völklinger Kreis erreichte.

Dessen Vorsitzender Bernd Schachtsiek sagte demgegenüber, die Einladung sei der erste Kontakt gewesen, den man je zu Claus-Brunner gehabt habe. Eine vergleichbare Reaktion habe er noch nie erlebt – er sei „sehr enttäuscht“.

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