Berlin : SAGENHAFTE STRECKE

Ingo Andert

Entlang des Havelufers verwöhnen schmale Badestrände, kleine Buchten und die Halbinsel Schildhorn das Auge. Die günstigsten Startpunkte hinauf zum Teufelsberg, die beste Bergstrecke Berlins, liegen an den Parkplätzen der Teufelsseechaussee. Wem das nicht reicht, kann die 204 Stufen auf dieAussichtsplattform des Grunewaldturms erklimmen. Es bedarf schon eines guten Orientierungsvermögens, die dunklen und sagenumwobenen Ecken des Grunewalds zu finden. Der „Selbstmörder-Friedhof“, der offiziell nur Friedhof Grunewald-Forst heißt, ist die Ruhestätte jener Toten, die nicht auf christlichen Friedhöfen bestattet werden durften. Das Schildhorn-Denkmal des Wendenfürsten Jaczo ist ebenso ein Ort, an dem das Christentum auf die Probe gestellt wurde. Zum Zeichen seiner Dankbarkeit für seine spektakuläre Lebensrettung legte er an dieser Stelle Schild, Schwert und Horn nieder. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ließ dort später ein Denkmal errichten. Als Wegweiser dienen an jeder größeren Kreuzung weiß lackierte Steine mit präzisen Kilometerangaben.

S-Bahnhöfe gibt es reichlich: S5/75 (Heerstraße und Eichkamp), S7 (Grunewald), S1/7(Nikolassee). Auch an Gastronomie mangelt es nicht: Da gibt es das Schiffsrestaurant „Alte Liebe“ (Postfenn/Havelchaussee), das Wirtshaus Schildhorn, die Schildhornbaude, am Grunewaldturm das Aussichtsrestaurant und das Waldhaus, die Waldklause (Eichkampstraße) sowie am S-Bahnhof Grunewald Landkneipe und Reiter Oase. Parkplätze finden sich zahlreich und bequem am Rande der Strecke. Empfehlenswert ist es, die vorgestellten Strecken östlich und westlich des Kronprinzessinnenweges, im Volksmund „Krone“ genannt, miteinander zu verbinden.

Bewertung nach Schulnoten:

Lärm: 2; Läuferdichte, je nach Tageszeit: 2-3; Streckenvariationen: 1; Ausflügler/Radfahrer/Hunde: 2. Beste Laufzeit: bis auf sonnige Sonntage immer gut. Vorsicht ist bei einbrechender Dunkelheit auf den schwierigen Strecken durch den Wald geboten.

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