Schaden an Oberleitung : ICE-Fahrgäste saßen zwei Stunden fest

Ein Oberleitungsschaden hat am Sonntag erhebliche Verspätungen im Bahn-Verkehr ausgelöst. Ein ICE musste abgeschleppt werden, auch bei bei S-Bahn gab es Ausfälle. Ein Anschlag kann nicht ausgeschlossen werden.

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Stillstand. Bei der Bahn gab es am Wochenende Probleme.
Stillstand. Bei der Bahn gab es am Wochenende Probleme.Foto: dapd

Bahnfahrgäste brauchten am Sonntag wieder viel Geduld: Ein Oberleitungsschaden, verursacht möglicherweise durch einen Anschlag, führte im Fernverkehr zu erheblichen Verspätungen. Auch bei der S-Bahn fielen erneut zahlreiche Fahrten aus – nach Angaben eines Sprechers unter anderem wegen eines nach einem Defekt stehen gebliebenen Zuges.

Auf der Schnellfahrstrecke Hannover – Berlin hatte nach Angaben eines Bahnsprechers am Mittag zwischen Nennhausen und Rathenow die Lok eines Güterzuges die Oberleitung abgerissen, worauf beide Gleise gesperrt worden seien. Weil ein Anschlag nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt die Bundespolizei.

Ein ICE aus Stuttgart unterwegs nach Berlin musste abgeschleppt werden. Da die benötigten Loks in Berlin stationiert waren, mussten die 400 Fahrgäste zwei Stunden im Zug ausharren, ehe die Schleppfahrt weiter ging. Der Fernverkehr wurde umgeleitet, es gab größere Verspätungen. Im Regionalverkehr mussten Fahrgäste in Ersatzbusse umsteigen. Die Bahn teilte Sonntagabend mit, der Verkehr liefe wieder auf einem Gleis, bis Montagfrüh solle alles behoben sein.

Bei der S-Bahn führte der im Bahnhof Südkreuz liegen gebliebene Zug zu Einschränkungen auf der Linie S 45, auf der die Züge vom Flughafen Schönefeld in Hermannstraße statt im Bahnhof Südkreuz endeten, und der Linie S 47, die auf den Abschnitt Spindlersfeld – Schöneweide verkürzt wurde. Auf mehreren anderen Linien fielen unabhängig davon erneut Fahrten aus.

Nach Tagesspiegel-Informationen haben die Probleme mit den Fahrzeugen wieder zugenommen. Im Mai, dem jüngsten Berichtsmonat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), fielen fast zehn Prozent der vereinbarten Fahrten aus. Von den fahrenden Zügen waren knapp 91 Prozent pünktlich; dies war der bisher schlechteste Wert in diesem Jahr. Im März waren 96,4 Prozent der Fahrten pünktlich. Ursache der schlechter gewordenen Quote waren nach Angaben des VBB unter anderem Schäden an den Fahrzeugen. Die Zugausfälle im Mai waren vor allem auf einen Kabelbrand sowie Stellwerksstörungen zurückzuführen. Für den Sonntag gilt dies nicht.

Die S-Bahn gab für die Zugausfälle als Ursache entweder „technische Gründe“ an oder benannte sie gar nicht. Betroffen von Ausfällen waren vor allem die Linien S 1 (Wannsee/Nikolassee–Oranienburg), S 25 (Teltow Stadt–Hennigsdorf) und S 8 (Zeuthen–Birkenwerder).

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