Schutz vor Bissen : Umstrittene Kampfhundeliste soll bald abgeschafft werden

Es stand bereits in der Koalitionsvereinbarung - jetzt wollen es die Regierungsfraktionen in die Tat umsetzen: Die umstrittene Kampfhundeliste soll bald der Vergangenheit angehören.

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Die Kampfhundeliste soll bald der Vergangenheit angehören.
Die Kampfhundeliste soll bald der Vergangenheit angehören.Foto: dpa

Die umstrittene Berliner Kampfhundeliste soll bald abgeschafft werden. „So eine starre Liste ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Herrmann, dem Tagesspiegl am Sonntag. In diesem Punkt seien sich die tierschutzpolitischen Sprecher der Fraktionen weitgehend einig; und das Vorhaben stehe auch schon in den Koalitionsvereinbarungen. Stattdessen solle nun geprüft werden, welche Hunde tatsächlich in der Bissstatistik auffällig wurden, diese müsse man vielmehr in den Blick nehmen. Es gebe auch gut erzogenen Kampfhunde, von denen nicht mehr Gefahr ausginge als von anderen Hunderassen, ist der CDU-Experte überzeugt. Die Maulkorbpflicht solle nicht angetastet werden. Man könne aber beispielsweise auch die Schulterhöhe eines Tiere künftig als Anhaltspunkt für Größe und Bisskraft der Tiere mit heranziehen. Noch sei aber nichts entschieden, es werde jetzt intensiv diskutiert.

Wer in Berlin ein als bissgefährlich geltendes Tier halte, solle dann künftig einen Hundeführerschein machen, schildert Herrmann die Überlegungen der Koalitionsfraktionen. Der Scheinerwerb müsse bei sozialen Notlagen allerdings finanziell unterstützt werden, damit auch Menschen mit weniger Einkommen sich das leisten können. Die meisten Hunde in der Stadt seien Promenadenmischungen. Einen Führerschein für sämtliche Hundebesitzer unabhängig von der Rasse des Vierbeiners fordere allein die Grünen-Expertin Claudia Hämmerling. Sie bezieht sich auf das Bundesland Niedersachsen, wo das bereits Gesetz ist. Die tierschutzpolitischen Sprecher hatten sich am Dienstag bei einem Treffen im Tierheim Berlin über das Thema verständigt, hieß es.

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