Schwabenfeindlichkeit in Berlin : Hegel-Statue mit Currywurst beschmiert

Die Schwabenfeindlichkeit hat erneut einen Tiefpunkt erreicht: Die Statue des schwäbischen Philosophen Hegel in Berlin-Mitte wurde mit Currywurst verschmiert. Schuldig zeigte die anonyme Gruppe „Schwaben ausbürgern“.

Die sichtbare Schwabenfeindlichkeit in Berlin hält an: Die Statue des schwäbischen Philosophen G.W.F. Hegel am Hegelplatz in Mitte wurde mit Currywurst beschmiert - von der Gruppe „Schwaben ausbürgern“.
Die sichtbare Schwabenfeindlichkeit in Berlin hält an: Die Statue des schwäbischen Philosophen G.W.F. Hegel am Hegelplatz in Mitte...Foto: Promo

Die Schwabenhasser sind wieder da. Zuerst wurde im Kulturkampf in Prenzlauer Berg eine Spätzlemauer errichtet, dann Spätzle über das Denkmal von Käthe Kollwitz gekippt. Nun musste eine Currywurst dran glauben – und die Statue des schwäbischen Philosophen G.W.F. Hegel am Hegelplatz in Mitte.

Sie wurde mit Cuttywurst beschmiert, „um ein Zeichen gegen die schwäbischen Invasoren zu setzen“, teilte eine anonyme Gruppe „Schwaben ausbürgern“ im Internet mit.

Auf ihrer Internetseite lässt die Initiative verlauten: "Wir haben die Büste des schwäbischen Philosophen G.W.F. Hegel (1770-1831) am Hegelplatz in Mitte mit Currywurst beschmiert, um ein Zeichen gegen die schwäbischen Invasoren in Berlin zu setzen. Wir, das sind Berlinerinnen und Berliner, die den Frieden in unserer Stadt wieder herstellen wollen. Wir sind die Initiative „Schwaben ausbürgern“. Wir werfen nicht mit Spätzle, wir beschmieren keine Wände – wir fordern die Berliner Bevölkerung zum Handeln auf."

Es war einmal der Spätzle-Streit
Rückblende in den Mai 2013: Der Berliner Schwaben-Krieg hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Unbekannte hatten in der Nacht zum Samstag auf eine Hauswand in der Nähe der jüdischen Synagoge in der Rykestraße mit blauer Farbe geschrieben: „Kauft nicht bei Schwab'n“ - ein Boykottaufruf, der an den Anfang der Judenpogrome der Nationalsozialisten erinnert.
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05.05.2013 21:05Rückblende in den Mai 2013: Der Berliner Schwaben-Krieg hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Unbekannte hatten in der Nacht zum...

Weiterhin schreibt die Gruppe „Schwaben ausbürgern“, die Schwaben sollten in zwei Etappen aus Berlin verschwinden: "1. Schwaben werden ihre Wohnungen verlassen und Übergangsquartiere in Gropiusstadt beziehen. 2. Bis zum 31. 12. 2013 werden sie zurück in ihre Heimat kehren. Wir stehen mit schwäbischen Jobcentern in Verhandlung und bemühen uns, die in Berlin freigestellten Schwäbinnen und Schwaben an mittelständische Unternehmen zu vermitteln. Wir geben den Berliner Schwaben eine Zukunft – in ihrer Heimat."

Dieser Sprayer beschmierte die Julius-Leber-Brücke. Er versteckte sich vor der Polizei unter einem Auto – und wurde hervorgezogen.
Dieser Sprayer beschmierte die Julius-Leber-Brücke. Er versteckte sich vor der Polizei unter einem Auto – und wurde hervorgezogen.Foto: Abix

Anders als die Gruppe "Schwaben ausbürgern" will ein Sprayer, der die Julius-Leber-Brücke dauerhaft verunschönerte, nicht anonym bleiben. Er versteckte sich vor der Polizei unter einem Auto – und wurde hervorgezogen. Ob er aus Schwaben kommt oder dorthin abgeschoben wird, ist nicht bekannt. (Tsp)