Berlin : Schweineköpfe vor Moschee: Polizei fasst Rechtsradikalen

Im Fall zweier Schweineköpfe, die Ende April vor einer Neuköllner Moschee abgelegt worden waren, hat die Polizei jetzt einen Verdächtigen gefasst: Der 25-jährige Harald B. ist als Rechtsextremer bekannt und wegen einer fremdenfeindlichen Straftat verurteilt worden. Am frühen Morgen des 28. April waren zwei Schweineköpfe vor der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm entdeckt worden. Nun kam der Staatsschutz dem 25-jährigen Deutschen auf die Spur.

Am Tatort lag unter anderem ein Kassenzettel – über diesen bekamen die Ermittler heraus, in welchem Supermarkt die Tierköpfe gekauft worden waren. Details nannten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht. Bei einer Durchsuchung der Wohnung von Harald B. am Donnerstag in Lichtenrade fanden Beamte unter anderem rechte Propaganda. Diese würde nun ausgewertet, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Dem 25-Jährigen wird Beschimpfung von religiösen Bekenntnissen und Beleidigung vorgeworfen. Da das Schwein im Islam als unreines Tier gilt, stellt die Tat eine schwere Beleidigung für Muslime dar. Der Beschuldigte äußerte sich bislang nicht. Die Ermittler prüfen, ob er für weitere islamfeindliche Taten infrage kommt. Die Moschee war zuvor mit Farbbeuteln beworfen worden und erhielt Drohbriefe, in denen Ausländer unter Gewaltandrohung zur Ausreise ermahnt wurden.

Kenner bezeichnen Harald B. als langjährigen Aktivisten. Weil er einen Zopf trug, war er Beobachtern bei rechtsextremen Aufmärschen aufgefallen. B. soll zum Umfeld sogenannter autonomer Nationalisten gehören. Insbesondere im Süden Neuköllns, wo viele Anhänger der rechtsradikalen Strömung aufgewachsen sind, ist B. oft gesehen worden. Die mitunter militante Szene hat auch ins Umland gute Kontakte. B. war in den vergangenen Jahren demnach regelmäßig in Teltow-Fläming unterwegs. tabu/hah

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