Berlin : SEK-Einsatz: Sportschütze drohte mit Blutbad

Ein betrunkener Sportschütze hat in der Nacht zum Freitag in Reinickendorf seine Lebensgefährtin bedrängt und gedroht, er werde mit seinem Waffenarsenal „ein Blutbad“ anrichten. Der Frau gelang es, aus der gemeinsamen Wohnung an der Finsterwalder Straße zu flüchten und die Polizei zu alarmieren. Daraufhin stürmte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Wohnung und nahm den 60-jährigen Sportschützen fest.

Nach Angaben der Polizei hatte das Drama mit gesundheitlichen Problemen des Mannes begonnen. Seine Freundin habe aufgrund von dessen heftigen Klagen gegen 22.45 Uhr einen Rettungswagen der Feuerwehr gerufen. Dies war dem Mann aber offenbar nicht recht, weshalb er die Ankunft der Sanitäter gewaltsam zu verhindern versuchte. Als er mit einem Revolver hantierte, sei die Frau aus der Wohnung gerannt. Beamte des Einsatzkommandos stellten den Revolver und zwei weitere Schusswaffen sicher. Der laut Polizei psychisch labile Mann wurde anschließend von einer Klinik stationär aufgenommen.

In Berlin besitzen derzeit 10 551 Personen einen Waffenschein. Nach den Amokläufen von Erfurt 2002 und Winnenden 2009 haben Polizeiverbände und Bürgerinitiativen immer wieder mehr Kontrollen von Sportschützen gefordert, die ihre Schusswaffen zu Hause aufbewahren. Außerdem sei es wichtig, dass die Prüfer unangekündigt vor der Tür stehen. Laut Innenverwaltung ist dies aber erst möglich, seit das bundesdeutsche Waffengesetz im Juli 2009 verschärft wurde. Zuvor durften die Ordnungsbehörden eine sachgemäße Aufbewahrung und den verantwortungsbewussten Umgang mit Waffen nur bei „begründeten Zweifeln“ kontrollieren. Der Besitzer musste also negativ aufgefallen sein. 2009 gab es folglich in Berlin nur drei Kontrollen. 2010 wurden schon 94 Waffenbesitzer überprüft und 2011 bis Oktober insgesamt 102.CS

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