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Sexismus-Vorwürfe : Direktor von Zoo und Tierpark bleibt im Amt

21.01.2013 21:20 Uhrvon
Hohes Tier. Bernhard Blaszkiewitz, Chef von Zoo und Tierpark.Bild vergrößern
Hohes Tier. Bernhard Blaszkiewitz, Chef von Zoo und Tierpark. - Foto: dpa

Der Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, bleibt vorerst im Amt. Politiker aller Parteien legen ihm den Rücktritt nahe, eine Anwaltskanzlei prüft die Vorwürfe gegen ihn. In der Kritik steht er aber schon länger.

Bernhard Blaszkiewitz bleibt vorerst im Amt – doch die Kritik an ihm wird schärfer. Zum Ergebnis der Krisensitzung, zu der das Aufsichtsratspräsidium der Zoo AG am Montag zusammengekommen war, gehört, dass eine Anwaltskanzlei die Vorwürfe von Mitarbeitern gegen den Direktor von Zoo und Tierpark klären soll. Zudem hat das Präsidium beschlossen, dass eine Stelle für Gleichstellung im Betrieb geschaffen wird. Auch sollen sich die Beschäftigten an einen externen Vertrauensanwalt wenden können.

Dies teilte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Frank Bruckmann, am Abend mit. Blaszkiewitz werde sich am heutigen Dienstag „schriftlich an die Belegschaft wenden“.
Aktuell hatte es, wie berichtet, Kritik gegeben, weil er in der Anrede, beziehungsweise Bezeichnung von Mitarbeiterinnen, in einer Aktennotiz die Ziffern „0,1“ wählte. Diese Bezeichnung bedeutet „ein Weibchen“ – und wurde als frauenfeindlich kritisiert. Zudem verärgerte sein Auftreten in einer Betriebsversammlung am Mittwoch. Dazu hieß es bei der Gewerkschaft Verdi auf Nachfrage, eine „nicht wertschätzende, herablassende Art“ Blaszkiewitz’ gegenüber dem Betriebsrat sei aufgefallen. Der Direktor habe auch gesagt, ungläubige Menschen hätten Weihnachtsgeld nicht verdient. Blaszkiewitz hat eine solche Äußerung gegenüber dem Tagesspiegel bestritten. Die Verdi-Vorsitzende Susanne Stumpenhusen sagte der Agentur dpa, tarifliche Leistungen seien unabhängig von der Einstellung zur Religion zu zahlen.

Der Zoo hat derzeit 228 Beschäftigte und 18 Auszubildende, der Tierpark 192 Mitarbeiter und 15 Lehrlinge. Auch bei ihnen sei „Blaszkiewitz für seinen autoritären Führungsstil hinlänglich bekannt, der nicht zeitgemäß ist“, kritisierte der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Alexander Herrmann. Schon 1992 hatte Blaszkiewitz als Tierparkchef angekündigt, „alle kommunistischen Überbleibsel auszumerzen“. Das tragen die Beschäftigten ihm noch heute nach.

Herrmann sagte weiter, er halte Blaszkiewitz „für untragbar. Es ist auch mit Blick auf Verfehlungen des Zoodirektors in der Vergangenheit an der Zeit, personelle Konsequenzen zu ziehen, auch um Schaden von Zoo und Tierpark abzuwenden.“

Simon Kowalewski, frauen- und tierschutzpolitischer Sprecher der Piratenfraktion, forderte, „Zoo und Tierpark im Interesse der Öffentlichkeit, der Mitarbeiterinnen und des Landes Berlin dringend zu reformieren. Blaszkiewitz steht auf der Bremse der Modernisierung.“ Der Tierschutzexperte der SPD-Fraktion, Daniel Buchholz, sagte, „wir kennen ja schon einige Marotten von Herrn Blaszkiewitz, aber dieser „0,1“-Blödsinn hat auf geschäftlichen Unterlagen nichts zu suchen“. Die Vorwürfe seien so schwerwiegend, dass es „nicht mit business as usual weitergehen kann“. Die Grünen foderten eine konzeptionelle Fachaufsicht im Senat, so wie in anderen Städten.

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