Silvesternacht 2011/2012 in Berlin : Mehr Brände und mehr Verletzte durch Feuerwerk

02.01.2012 00:00 Uhrvon
  • Stadtreinigung am Brandenburger Tor: Kaum ist die Party vorbei, geht es ans Aufräumen. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Berliner Neujahrsfotos an leserbilder@tagesspiegel.de Foto: dpa
    Stadtreinigung am Brandenburger Tor: Kaum ist die Party vorbei, geht es ans Aufräumen. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Berliner Neujahrsfotos an... - Foto: dpa
  • Am Brandenburger Tor wird nach der Riesensause wieder abgebaut. Tausende waren in der Silvesternacht zu der Party auf der Fanmeile gekommen. Gegen 23 Uhr war das Gelände nach Angaben der Polizei "voll". Foto: dpa
    Am Brandenburger Tor wird nach der Riesensause wieder abgebaut. Tausende waren in der Silvesternacht zu der Party auf der Fanmeile gekommen. Gegen 23 Uhr war das Gelände nach... - Foto: dpa
  • Im Morgengrauen ist auf der Yitzhak-Rabin-Straße der schlimmste Dreck schon wieder beseitigt. Foto: dapd
    Im Morgengrauen ist auf der Yitzhak-Rabin-Straße der schlimmste Dreck schon wieder beseitigt. - Foto: dapd

Die Rettungskräfte sind in der Silvesternacht häufiger ausgerückt als in den Vorjahren. Die Party am Brandenburger Tor verlief aber friedlich.

In der Silvesternacht gab es nach Polizeiangaben mehr Verletzte durch Böller als in den Vorjahren. Berlinweit waren es nach Schätzungen etwa 200. Das Unfallkrankenhaus in Marzahn zählte bis 8 Uhr am Neujahrsmorgen alleine 17 Opfer durch Pyrotechnik, dies sei „überdurchschnittlich viel“, wie Kliniksprecherin Angela Kijewski berichtete. Darunter waren fünf schwere Handverletzungen durch Explosionen, dabei wurden Finger ganz oder teilweise abgerissen, überwiegend durch illegale Polenböller. Das Unfallkrankenhaus Berlin gehört zu den großen handchirurgischen Zentren in Deutschland, in das besonders schwer Verletzte auch aus anderen Bundesländern eingeliefert werden.

Der schwerste Unfall ereignete sich bereits um 17 Uhr am Silvestertag in Bernau. Einem 32-Jährigen wurde durch einen Polenböller eine Hand vollständig zerstört, in einer siebenstündigen Operation versuchte ein mehrköpfiges Team um Chefarzt Andreas Eisenschenk möglichst viel zu retten. Um 22.30 Uhr wurde ein 36-Jähriger aus Berlin in den OP-Saal gebracht, dem so genannte Vogelschreckmunition in der Hand explodiert war. Diese wird eigentlich aus Pistolen abgefeuert, der Einsatz ist nur Bauern erlaubt, in der Stadt ist der Gebrauch illegal. Zudem gab es fünf schwer Brandverletzte durch Missbrauch von Krachern, bei einem 48-Jährigen waren 24 Prozent der Hautoberfläche verbrannt. Alle durch Pyrotechnik Verletzten waren Männer.

Die Feuerwehr zählte 1135 Fahrten von Rettungswagen, 140 mehr als im Vorjahr, darunter waren viele Verletzte nach Schlägereien und Alkoholvergiftete. Die Party am Brandenburger Tor verlief friedlich, trotzdem benötigten mehr als 300 Personen die Hilfe der Sanitäter des DRK, mehr als 70 Personen wurden von dort in Krankenhäuser gebracht.

Polizei und Feuerwehr hatten in der Silvesternacht zwar viel Arbeit, spektakuläre Einsätze wegen Großbränden oder schweren Gewalttaten waren aber – anders als in den meisten Vorjahren – nicht darunter. Wie von der Feuerwehr befürchtet, stieg allerdings die Zahl der Brände deutlich an. 397 Mal mussten Löschzüge zwischen 19 Uhr und 6 Uhr ausrücken, zwei Wohnungen brannten, zudem in Prenzlauer Berg ein Möbellager. In den beiden Vorjahren hatten die Zahlen mit 281 und 231 Bränden deutlich niedriger gelegen. Die Steigerung liegt jedoch vor allem an der trockenen und recht warmen Witterung in diesem Jahr; in beiden Vorjahren hatten Schnee und Eis viele Feuer verhindert. Zum Jahreswechsel 2003/2004 hatte in diesen elf Stunden knapp 800 Brände gegeben, sonst schwankte die Zahl meist zwischen 400 und 600. Inwieweit die neue Pyrotechnik Brände verursacht hat, konnte die Feuerwehr nicht einschätzen. Wie berichtet, waren in diesem Jahr erstmals nach einer Gesetzesänderung der EU in Deutschland Raketen mit bis zu 500 Gramm Schwarzpulver erlaubt, zuvor waren es nur 200 gewesen. Balkonbrände, die auf Wohnungen übergreifen, hat es jedoch schon immer gegeben.

Umfrage

Vom 17.-19. Mai findet in Berlin der 18. Karneval der Kulturen statt. Werden Sie an Veranstaltungen teilnehmen?

Service

Zehlendorf Blog

Wir möchten mit Ihnen ein Experiment wagen: Unsere Zehlendorf-Seite ist online - das digitale Magazin aus dem Berliner Südwesten. Ein journalistisches Produkt zum Mitgestalten. Jeden Tag kümmern wir uns, gemeinsam mit Jugendlichen und Leser-Reportern, um die spannendsten Geschichten aus dem Stadtteil, um lokale Politik und das Lebensgefühl der Menschen.
Der Zehlendorf Blog - das neue hyperlokale Online-Magazin

Entdecken Sie Berlin


Wo sind die besten Cafés der Stadt zu finden? Wo die besten Spielplätze? Oder wie finde ich die interessantesten Museen und Theater?
Mit der neuen Best-of-Berlin-App können Sie spielend Berlin entdecken.

Der Stadtleben-Blog

In Berlin kommt man nicht zur Ruhe. Zum Glück. Hier bloggen vier Tagesspiegel-Autoren über Kultur, Szene und Nachtleben der Stadt.
Berichte aus einer lauten Stadt

Nachrichten aus den Bezirken

Hast du als HartzIV-Bezieher deiner Oma ihr Kanapee für 100 Euro verkauft und den Betrag nicht angegeben, wird dir beim nächsten Mal das Geld abgezogen und du bekommst eine 3 monatige Sanktion auf dein Existenzminimum. Verbrätst du als Politiker Millionen (können gerne auch mal Milliarden sein), dann gibt es aber - holla die Waldfee - ein richtig kräftiges DuDu... mindestens...
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen

Willkommen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden Lesungen und Salons, Konzerte, Vorträge und Seminare für Leserinnen und Leser statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Das Stadtmagazin des Tagesspiegels.

Tagesspiegel-Spendenaktion

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...