Skurriler Fahrgast bei der S-Bahn : "Bitte nicht mit dem Pferd in den ersten Wagen"

Ein Youtube-Video von einem Pony in der Berliner S-Bahn macht im Internet die Runde. Die Bahn ist empört, die Beförderungsbedingungen erlauben doch gar keine Ponys in den Zügen. Warum eigentlich nicht?

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Die Berliner nehmen's gelassen: Ein Pony in der S-Bahn.
Die Berliner nehmen's gelassen: Ein Pony in der S-Bahn.Foto: Screenshot/Tsp

Man kann sich nur vorstellen, mit welcher Abgeklärtheit der S-Bahnlokführer den jüngsten Fall von S-Bahnchaos kommentierte: „Bitte mit dem Pferd nicht in den ersten Wagen“, wird er über den Lautsprecher geschnauzt haben, als am Donnerstag eine junge Dame mit einem waschechten Pony in die Öffentlichen einstieg. Ob er das wirklich gesagt hat, ist freilich unklar. Auch warum die Frau das Pony mit sich führte, ist reine Spekulation. Denkbar ist aber, dass sie ob der Witterungsverhältnisse für Pannen bei der S-Bahn gewappnet sein wollte. Im Notfall hätte sie dann nach Hause reiten können.

Unklar ist auch, wie das Pony es angesichts vereister oder matschiger Treppen und chronisch überfüllter Aufzüge überhaupt auf den S-Bahnsteig schaffen konnte. Die Deutsche Bahn würdigte diese Leistung keineswegs, denn sie fand das Tier im Waggon gar nicht gut und drohte mit Hausverbot für die Halterin. Ein Pony mitzuführen entspreche nicht den Beförderungsrichtlinien. Bundespolizei und DB-Sicherheit wurden über den „Vorfall“ informiert. Sicher wird gerade mit Hochdruck nach dem Vierbeiner gefahndet. Denn wie ein Bahnsprecher betonte, sei die Gefährdung von Passagieren einfach zu groß. Halterin und Pony befinden sich sozusagen momentan noch auf der Flucht, sollen sich aber wegen der erhöhten Alarmbereitschaft bei der Bahn ein Taxi geteilt haben.

Die Berliner störten sich übrigens nicht an dem haarigen Fahrgast. Nur ein englischsprachiger Tourist stellte ein Handyvideo davon ins Netz. „Ich glaube die haben mir etwas in den Glühwein gemischt“, kommentierte der Amateurfilmer später sein Video entgeistert. Darin sind auch die anderen Fahrgäste zu sehen, die das Pony keines Blickes würdigen. Einige schieben sich routiniert an dem Tier vorbei. Andere lesen weiter in ihren Büchern.

Warum sollten sie sich auch aufregen? Ein Pony schlägt einem nicht mit der Trompete die Zähne aus, wenn es kein Trinkgeld kriegt. Ein Pony grölt auch nicht „Kreuzberger Nächte sind lang“, wenn es besoffen nach Hause fährt. Es steht nur da und hält das Maul. So, wie man Fahrgäste eben im Grunde gerne hätte.

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