Sondersitzung wegen Flughafen-Neubau : Berlin und Brandenburg uneins über künftigen BER-Ausbau
13.07.2012 09:05 UhrBrandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hält kurzfristig keinen Ausbau des – noch nicht einmal eröffneten – Willy-Brandt-Flughafens in Schönefeld für erforderlich. Auf einer Sondersitzung des Hauptausschusses im Potsdamer Landtag zum BER-Desaster widersprach Platzeck am Donnerstag jüngsten Aussagen des Aufsichtsratschefs Klaus Wowereit (SPD). Der Regierende Bürgermeister hatte am Vortag erklärt, dass wegen des Passagierwachstums der Flughäfen und der bald nach Inbetriebnahme erreichten BER-Kapazitätsgrenze 2013 die Entscheidung über den Bau einer zweiten Abfertigungshalle nötig werde.
Platzeck als Vize-Aufsichtsratschef zeigte sich hingegen skeptisch, dass der Anstieg der Fluggäste im bisherigen Tempo anhält. Zudem betonte er, dass der Flughafen trotz der aktuellen finanziellen Mehrbelastungen bis zum Jahresende „liquide“ sei.
Die Berliner Flughäfen erwarten für 2012 einen neuen Passagierrekord von 25 Millionen Fluggästen, wie Flughafenchef Rainer Schwarz sagte. Der BER-Terminal in seiner jetzigen Form kann problemlos bis zu 27 Millionen Passagiere abfertigen, mit kleineren Erweiterungen im Norden und Süden bis zu 30 Millionen. Schon dann aber, so der Hintergrund der Wowereit-Aussage, wäre das „Satellit“ nötig. Mit diesem Gebäude könnte BER die maximal zulässige Passagierzahl von 40 Millionen erreichen.
Der unfertige Flughafen: So sieht es am Terminal aus:
Der unfertige Flughafen(16 Bilder)
Platzeck sagte, dass er an diesen Boom in den nächsten anderthalb Jahrzehnten nicht glaubt. „Dies würde exorbitante Wachstumsraten in der Region, aber auch in Europa voraussetzen“. Den Bau einer dritten Startbahn in Schönefeld schloss erneut aus. Er sehe für ein Planfeststellungsverfahren ohnehin keine Chance. „Es ist schon die Maximalbelastung, die mit den zwei Start- und Landebahnen an diesem Standort möglich ist.“




































