Spandau : Eiswerder wird eine Luxusinsel

Berlin ist eine Inselstadt: Fast 70 größere oder kleinere Insel besitzt die Hauptstadt. Eine von ihnen, Eiswerder in Spandau, ist nun von einem Investor entdeckt worden. Für 40 Millionen will er ein luxuriöses Erlebniszentrum schaffen. Und eine Aufwertung kann der Bezirk dringend gebrauchen.

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Willkommen in der Inselstadt Berlin. Nee, um die Mauer soll's hier nicht gehen, sondern wirklich um - Berlins Inseln. Natürliche, künstliche, und andere, die nur so heißen. Dieses Foto entstand an der Anlegestelle an der Havelchaussee, tief im Grunewald - von dort geht's rüber nach Lindwerder. Es gibt noch viel mehr dieser schönen Urlaubsorte, für die man auch nicht in den Touri-Flieger steigen muss.Weitere Bilder anzeigen
Foto: André Görke
08.02.2016 15:43Willkommen in der Inselstadt Berlin. Nee, um die Mauer soll's hier nicht gehen, sondern wirklich um - Berlins Inseln. Natürliche,...

Die eher triste Wasserstadt Spandau bekommt Aufschwung: Die in der Mitte gelegene Insel Eiswerder, auf die sich trotz zweier Brücken bisher kaum ein Besucher verirrt, soll zur „Insel der schönen Dinge“ werden. Geplant sind ein Meilenwerk-Erlebniszentrum rund um alte Autos und Schiffe sowie Lofts, Stadtvillen und ein Hotel.

Nach dem Mauerfall für 50 000 Einwohner geplant, wurde die Wasserstadt zehn Jahre später deutlich abgespeckt. Beim vom Senat prognostizierten Bevölkerungszuwachs bis 2030 liegt Spandau an viertletzter Stelle vor Marzahn-Hellersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Reinickendorf. Neue Höhepunkte kann der Bezirk gebrauchen. So sieht Baustadtrat und Vizebürgermeister Carsten-Michael Röding (CDU) in dem Projekt eine Aufwertung, die weit über die Wasserstadt hinausgeht. Eiswerder werde ein Aushängeschild für den Bezirk, ja, sogar eine touristische Attraktion für die Hauptstadtregion, so Röding.

Einst Sitz des Königlichen Feuerwerkslaboratoriums, dann Lagerstätte für die Getreidereserven der Mauerstadt West-Berlin und schließlich Standort für Künstler und Fernsehstudios. Wer auf Eiswerder nichts zu tun hat, der verirrt sich selten hierher. Selbst die Besucher des im ehemaligen Bahnwärterhaus gelegenen Restaurants Stilbruch zieht es nur selten tiefer ins Eiland. Die Musikkneipe vor Ort trägt den Namen „jwd“.

Inselstadt Berlin
Willkommen in der Inselstadt Berlin. Nee, um die Mauer soll's hier nicht gehen, sondern wirklich um - Berlins Inseln. Natürliche, künstliche, und andere, die nur so heißen. Dieses Foto entstand an der Anlegestelle an der Havelchaussee, tief im Grunewald - von dort geht's rüber nach Lindwerder. Es gibt noch viel mehr dieser schönen Urlaubsorte, für die man auch nicht in den Touri-Flieger steigen muss.Weitere Bilder anzeigen
1 von 40Foto: André Görke
08.02.2016 15:43Willkommen in der Inselstadt Berlin. Nee, um die Mauer soll's hier nicht gehen, sondern wirklich um - Berlins Inseln. Natürliche,...

Jetzt hat Martin Halder die Insel entdeckt. Er bezeichnet Eiswerder als ein „unentdecktes Kleinod“. Halder ist Erfinder des Meilenwerk. Das erste derartige Dienstleistungs- und Kulturzentrum rund um historische Kraftfahrzeuge eröffnete er vor zehn Jahren in der Moabiter Wiebestraße (der Lizenzvertrag wurde 2011 aufgelöst). Derzeit gibt es ein Meilenwerk in Böblingen, zwei weitere entstehen in Hamburg und Zürich.

Im klassischen Meilenwerk gibt es gläserne Garagen, in denen Besitzer ihre historischen Fahrzeuge ausstellen können. Begehbare Werkstätten, Oldtimer- und Edelkarossenhändler gehören ebenso dazu wie Gaststätten, Feinkosthändler und Eventflächen. In Spandau will Halder das Konzept erweitern, neben einer Weinhandlung sollen auch ein Instrumentenbauer und eine Uhrenmanufaktur hier Einzug halten. Drei Hallen werden nach Plänen der Berliner Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann bis 2015 denkmalgerecht umgebaut. Die Freiflächen erhalten Glasdächer.

Angesichts der Insellage möchte Halder auch historische Boote einbeziehen. Im Süden der Insel sind eine Marina und eine Freilufteventfläche vorgesehen. In zwei historischen Fabrikgebäuden werden Lofts entstehen. Zwischen 37 und 40 Millionen Euro investiert Meilenwerk auf der Insel. Ein Teil der Gebäude wird erworben, das gesamte Areal hat man sich per Erbbauvertrag gesichert. Der Besitzer, ein Münchner Privatmann, wird auf seinen verbleibenden Grundstücken im Westen der Insel eine Reihe von Stadtvillen errichten, die zum Meilenwerk hin durch einen dreigeschossigen Gebäuderiegel mit Luxusautohaus und Hotel abgeschirmt werden.

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