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Sperrung in Berlin : Keine S-Bahn zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße

Dieser Zug endet hier: Seit Montag fahren keine S-Bahnen mehr in der östlichen Innenstadt – für drei Wochen. Wie waren Ihre Erfahrungen am ersten Tag? Diskutieren Sie mit!

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Zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße fährt ab Montag kein Zug mehr.
Zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße fährt ab Montag kein Zug mehr.Foto: dpa

Die Deutsche Bahn nennt es Phase 1 und Phase 2. Die Fahrgäste unterschieden eher in Sperrung West und Ost. Gemeint ist die Unterbrechung der S-Bahn-Linien auf der Stadtbahn. In der Nacht zu Montag endete Phase 1 und beginnt Phase 2. Nach der dreiwöchigen Vollsperrung zwischen Zoologischer Garten und Friedrichstraße ist ab Montag der Abschnitt zwischen Friedrichstraße und Ostbahnhof gesperrt. Und zwar wiederum drei Wochen, West wie Ost müssen also gleich lange leiden.

Ab Betriebsbeginn vier Uhr sollten wie berichtet alle S-Bahnen in Friedrichstraße und Ostbahnhof stoppen. Fahrgäste müssen nun entweder in die parallel fahrenden Regionalzüge umsteigen oder den Abschnitt über die Ringbahn oder die U-Bahn umfahren. Dafür ist ab Montag der Hauptbahnhof wieder per S-Bahn zu erreichen, dieser war drei Wochen ganz abgehängt von der S-Bahn.

Züge fahren nicht im gleichmäßigen Takt

Wie in Phase 1 fahren auch in den kommenden Wochen neben den Zügen des RE1, RE2, RE7 und RB14 zwei zusätzliche Züge auf der Stadtbahn. Pro Richtung gibt es nach Angaben der Bahn sieben Verbindungen stündlich. Aber Vorsicht: Die Züge fahren nicht im gleichmäßigen Takt, teilweise gibt es Lücken von bis zu 16 Minuten. Im günstigsten Fall kommt die nächste Regionalbahn schon nach vier Minuten. Möglich ist die Umfahrung der Stadtbahn auch über den nördlichen oder südlichen S-Bahn-Ring mit Umsteigen in Ostkreuz und Westkreuz. Die reine Fahrtzeit verlängert sich so nur um drei Minuten, hinzu kommt allerdings das Umsteigen.

Die S-Bahn nennt zudem drei U-Bahn-Linien der BVG als mögliche Alternativen: Die U5 zwischen Lichtenberg und Alexanderplatz, die U2 zwischen Alexanderplatz – Potsdamer Platz – Wittenbergplatz – Zoologischer Garten sowie die U1 zwischen Warschauer Straße – Wittenbergplatz – Kurfürstendamm – Uhlandstraße. Aber auch hier gibt es Tücken, denn auch die BVG baut gerade. Auf der U5 gibt es noch bis zum 8. August Ersatzverkehr zwischen Wuhletal und Tierpark. Auf der U2 gibt es Ersatzverkehr vom 20. bis 25. August zwischen Wittenbergplatz und Bismarckstraße.

Die erst 1996 verlegten Gleise müssen ausgetauscht werden

Die Fahrt mit den Ersatzbussen lohnt nur für Fahrgäste, die einen der beiden geschlossenen S-Bahnhöfe erreichen müssen, also Hackescher Markt und Jannowitzbrücke. Die Busse sollen alle drei Minuten fahren, ab 23 Uhr noch alle fünf Minuten. Für den gesamten Abschnitt benötigen die Busse mindestens 20 Minuten, wenn sie nicht im Stau stehen. Am Hackeschen Markt halten die Busse an der Marienkirche, 350 Meter vom Bahnhof entfernt.

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Wie berichtet müssen die erst 1996 verlegten Gleise ausgetauscht werden. Nach Angaben der Bahn sind die Schienen wegen der vielen Züge und der kleinen Radien wesentlich schneller verschlissen als auf gewöhnlichen Strecken. Bekanntlich ist der Stadtbahnviadukt vor gut 130 Jahren teilweise auf dem zugeschütteten Berliner Festungsgraben errichtet worden, und der hatte reichlich Bögen. Etwa 600 S-Bahn-Züge rollen hier täglich, die Stadtbahn gehört zu den am dichtesten befahrenen in Deutschland. Die Sanierung kostet 17 Millionen Euro.

Eine weitere Tücke müssen Fahrgäste am kommenden Wochenende einkalkulieren. Von Freitagabend bis Montagfrüh ist die S5 zwischen Westkreuz und Olympiastadion unterbrochen. Die S5 fährt in zwei Teilen: Friedrichstraße – Grunewald sowie Olympiastadion – Spandau. Zwischen Grunewald und Olympiastadion fahren Busse.

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