Sperrungen in Berlin : Das sind die Großbaustellen der S-Bahn

Sperrung der Stadtbahn - erst im Westen, dann im Osten. Auch auf den Strecken der S2 und der S3 wird gebaut. Alles im Vorweihnachtsstress.

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Illustration zu den Bauvorhaben der Deutschen Bahn in Berlin und Brandenburg 2016 an.
Illustration zu den Bauvorhaben der Deutschen Bahn in Berlin und Brandenburg 2016 an.Foto: Britta Pedersen/dpa

Herbstdepression, Winterschlaf, Frühjahrsmüdigkeit oder Sommerpause – davon will die Bahn nicht betroffen sein. Sie baut. Zu jeder Jahreszeit. In diesem Jahr setzt sie jetzt mit gleich mehreren Streckensperrungen bei der S-Bahn zum Endspurt an. Insgesamt werde die Bahn 2016 die geplanten Investitionen in Höhe von rund 470 Millionen Euro für die Region Ost fristgerecht ausgeben, teilte der Berliner Bahnchef Alexander Kaczmarek am Mittwoch mit.

Mit einer ähnlichen Summe sei auch im folgenden Jahr zu rechnen, kündigte Kaczmarek an. Damit würden täglich auch rund 200 Stellen für Bauarbeiter gesichert.

Die Stadtbahn - der Westen

Fahrgäste spüren das rege Bauen. Auf der Stadtbahn zwischen Friedrichstraße und Charlottenburg gibt es bereits seit Monaten nächtliche Sperrungen von Montag bis Donnerstag jeweils von 21 Uhr an. Insgesamt in 82 Nächten. Nun folgt noch eine komplette Unterbrechung des Verkehrs.

Vom 24. Oktober bis 27. Oktober fahren keine S-Bahnen zwischen Friedrichstraße und Charlottenburg; danach erweitert sich die Sperrung bis Grunewald und Olympiastadion. In der Betriebspause prüft die Bahn das neu eingebaute elektronische Zugsicherungssystem ZBS, das die alten mechanischen Anlagen auf der Anfangszeit des elektrischen Betriebs ersetzt.
Die Bahn rät den Fahrgästen, auf Züge des Regionalverkehrs auszuweichen.

Dürfen wir vorstellen: So sieht die neue S-Bahn aus
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1 von 13Foto: S-Bahn Berlin
10.10.2016 08:21Dürfen wir vorstellen: Berlins Neue.

Hier setzt die Bahn zusätzliche Züge ein, so dass es bis zu acht Fahrten pro Stunde gibt. Die Regionalzüge können aber nicht auf allen Stationen halten. Deshalb gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen, die bis auf die nächtlichen Randzeiten alle fünf Minuten fahren sollen. Sie halten zum Teil aber nicht direkt vor den S-Bahnhöfen. Nach Potsdam fahren die Züge der S1, die ansonsten in Wannsee enden.
Zwischen Alexanderplatz und Zoo können die Fahrgäste auch auf die Züge der U-Bahn-Linie U2 ausweichen. Die BVG verzichtet deshalb auf den eingeschränkten herbstlichen Ferienfahrplan und lässt die Züge weiter alle vier Minuten fahren. Auch die Arbeiten am Tunnel zwischen Zoo und Ernst-Reuter-Platz pausieren.

Die Stadtbahn - der Osten

Im Anschluss beginnen dann Sperrungen auf dem östlichen Abschnitt der Stadtbahn, um auch dort das neue Zugsicherungssystem einbauen zu können. Zunächst beschränken sich die nächtlichen Sperrungen vom 14. November bis 14. Dezember auf den Abschnitt Friedrichstraße–Alexanderplatz. Anders als auf dem Westabschnitt beginnt die Betriebspause aber erst gegen 22 Uhr. Im nächsten Jahr wird dann der Bereich Alexanderplatz–Ostbahnhof unterbrochen. Auch hier müssen Fahrgäste auf den Regionalverkehr ausweichen oder in Ersatzbusse umsteigen. Die Arbeiten sollen im Juli 2017 abgeschlossen sein.

Nach Angaben von Jens Hebbe, Leiter der Betriebszentrale der S-Bahn, gibt es zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz 28 nächtliche Sperrpausen, zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof werden es nach derzeitigem Stand 36 sein.

Historische Fotos vom Bahnhof Spandau
Das Bild zeigt den Bahnhof Spandau, 1990 (heute S-Bhf: Stresow). Wir gucken gen Westen und stehen auf der heutigen ICE-Trasse.Weitere Bilder anzeigen
1 von 54Foto: Historische Sammlung der Deutschen Bahn AG/Sigmar Weber
31.05.2017 08:29Das Bild zeigt den Bahnhof Spandau, 1990 (heute S-Bhf: Stresow). Wir gucken gen Westen und stehen auf der heutigen ICE-Trasse.

S2 nach Bernau


Vier Wochen müssen auch auf der S2 Fahrgäste zwischen Blankenburg und Bernau ohne S-Bahn auskommen. Hier baut die Bahn vom 14. Oktober bis 14. November ebenfalls ZBS-Anlagen ein. Fahrgäste müssen wiederum auf Regionalzüge oder Ersatzbusse ausweichen.

Das VBB-Ticket gilt auch in ICE- und IC-Fernzügen auf dieser Strecke. Den Wunsch aus dem Bezirk, zusätzliche Regionalbahnen einzusetzen oder mit mehr Wagen zu fahren, hat sich nicht erfüllt. Zudem fallen am 17. und 18. Oktober baustellenbedingt Regionalzüge aus. Nach Bernau fahren die Busse alle zehn Minuten, die S-Bahn kommt planmäßig hier nur alle 20 Minuten an. Die Fahrzeit auf der Straße verlängert sich allerdings auf der gesamten Strecke um mehr als eine halbe Stunde.

S3 nach Erkner


Wegen der Inbetriebnahme des neuen Zugsicherungssystems und Gleisarbeiten fallen zwischen dem 2. und 12. Dezember zwischen Ostkreuz und Erkner Züge aus: Zunächst zwischen Köpenick und Rahnsdorf, dann zwischen Ostkreuz und Erkner und anschließend zwischen Ostkreuz und Köpenick.

Vergessene S-Bahn: Die Siemensbahn in Bildern
Aus dem Urwald runter in ein schwarzes Loch: Am S-Bahnhof Siemensstadt hielt zuletzt 1980 eine Bahn, dann wurde die Trasse bis nach Gartenfeld stillgelegt. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Ruinen-Fotos aus Berlin und Brandenburg an leserbilder@tagesspiegel.de! - Foto: Jan-Paul NachtweyWeitere Bilder anzeigen
1 von 817Nachtwey
14.03.2017 16:38Aus dem Urwald runter in ein schwarzes Loch: Am S-Bahnhof Siemensstadt hielt zuletzt 1980 eine Bahn, dann wurde die Trasse bis...

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