Stadtentwicklung : Privatuniversität zieht in den Flughafen Tempelhof

Der ehemalige Flughafen Tempelhof bekommt neue Mieter. Eine Privatuniversität will im Herbst eine Depandance im Flughafengebäude eröffnen.

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Das ehemalige Flughafengebäude bekommt neue Mieter.
Das ehemalige Flughafengebäude bekommt neue Mieter.Foto: dpa

Im ehemaligen Flughafen Tempelhof zieht ein neuer Mieter ein. Die Wiener Sigmund-Freud-Privatuniversität will im Herbst eine Dependance im Flughafengebäude eröffnen. Klein zunächst, die Rede ist von 350 Quadratmetern für Büros und Seminarräume, aber daraus könnte ein wichtiger Impuls für das Quartier rund um den geplanten Neubau der Landesbibliothek erwachsen.

Die Privathochschule bietet einen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang für Psychologie an. Die Hochschule wirbt mit einem praxisnahen Unterricht in kleinen Gruppen. Die 2005 gegründete Privatuniversität hat bereits Standorte in Wien, Paris und Linz, 70 feste und rund 200 freiberufliche Mitarbeiter und insgesamt etwa 1200 Studierende.

Ideen für Tempelhof
So könnte es aussehen: Die vom Senat veröffentlichte städtebauliche Rahmenplanung aus der Vogelperspektive.Weitere Bilder anzeigen
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31.10.2007 23:40So könnte es aussehen: Die vom Senat veröffentlichte städtebauliche Rahmenplanung aus der Vogelperspektive.

Die Sigmund-Freud-Uni soll im Eingangsbereich des Flughafengebäudes logieren, im vierten Stock, sagt Martin Pallgen, Sprecher der Tempelhof-Projekt-GmbH, die das Gebäude vermarktet. Expansionsfläche ist ausreichend vorhanden. 60 000 Quadratmeter stehen noch leer. Die Uni baut derzeit ein eigenes Campusgebäude in Wien. Deshalb hofft Tempelhof-Projekt-Geschäftsführer Gerhard W. Steindorf, dass auch in Berlin mittelfristig gebaut wird. „Die Privatuniversität passt perfekt in unser Entwicklungskonzept. Die Universität kann hier wachsen, und wenn sie erfolgreich ist, im entstehenden Bildungsquartier einen neuen Standort beziehen.“

Die Studiengebühren pro Semester belaufen sich auf 5300 Euro, sagt Stefan Hampl, Vizerektor für Lehre. „Unsere Absolventen kommen unter“, sagt Hampl. In Berlin plane man zunächst mit 50 bis 70 Studienanfängern, sagt der Rektor Alfred Pritz. 17 Mitarbeiter werden die Studenten betreuen.

Die Universität wolle die traditionelle Trennung von Psychotherapie, also der Behandlung von Menschen mit seelischen Störungen, und der eher wissenschaftlich orientierten Psychologie überwinden, erläuterte Hampl. Dabei sei man nicht nur natur-, sondern auch kulturwissenschaftlich ausgerichtet und nicht auf die von Sigmund Freud entwickelte Psychoanalyse beschränkt. In zwei Jahren plant die Privatuniversität, auch einen Studiengang für Psychotherapie in Berlin anzubieten. Bislang muss man in Deutschland für eine Kassenzulassung als Psychotherapeut zunächst Psychologie studieren, ehe man eine spezielle Therapieausbildung beginnen kann.

Mehr Informationen zur Universität: http://www.sfu-berlin.de

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