Stadtentwicklung : Senator Müller lobt Aufschwung in City-West

21.02.2012 00:00 UhrVon Cay Dobberke
Neuer Glanz für das Baudenkmal. Haus Cumberland am Ku'damm wird derzeit umgebaut, vorne entstehen Läden und im hinteren Teil Wohnungen. Simulation: Promo
Neuer Glanz für das Baudenkmal. Haus Cumberland am Ku'damm wird derzeit umgebaut, vorne entstehen Läden und im hinteren Teil Wohnungen. - Simulation: Promo

Mit der westlichen Innenstadt gehe es „steil nach oben“, findet der neue Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Am Montag startete er dort seine geplante Reihe von Bezirksbesuchen.

Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte. „Nicht nur die Berliner lieben die City-West, auch für Touristen ist sie wieder verstärkt Anlaufpunkt“, bilanzierte er. Allerdings wurde der Senator schon zum Auftakt, vor Haus Cumberland am Kurfürstendamm, durch eine Protestaktion auf Schattenseiten des Aufschwungs hingewiesen: Charlottenburg-Wilmersdorfer Mieter verteilten Flugblätter der Initiative „Steigende Mieten stoppen!“ und kritisierten unter anderem, dass es im Bezirk keinen sozialen Wohnungsbau gebe.

Tatsächlich entstehen rund um den Ku’damm mehrere Wohnanlagen für eine zahlungskräftige Klientel.

Haus Cumberland ist dafür ein Beispiel: In den 185 geplanten Eigentumswohnungen, die Mitte 2013 bezogen werden sollen, kostet der Quadratmeter im Schnitt rund 4800 Euro. Müller betonte, dass es in dem Baudenkmal früher gar keine Wohnungen, sondern nur Büros und später Leerstand gegeben habe. Außerdem entlasteten auch teurere Wohnungen den Markt und wirkten gegen steigende Mieten. Neben privatem Wohnungsbau müsse es aber auch „ausreichend öffentlichen Neubau“ geben. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Baustadtrat Marc Schulte (beide SPD) sagten, das Bezirksamt wolle in diesem Jahr Grundstücke verkaufen, die für Wohnungsbau geeignet seien.

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche informierte sich Müller über die Sanierung der alten Turmruine. Die Steinarbeiten sollen im März beginnen und bis Jahresende abgeschlossen sein, wie Chefplaner Gerhard Schlotter ankündigte. Das Baugerüst mit der wetterfesten „Einhausung“ aus weißem Aluminium und Plexiglas werde im März 2013 abgebaut. Anschließend müsse man allerdings auch noch den Sockel, auf dem die Kirchengebäude stehen, und die Betoneinfassungen der neueren Bauten von Egon Eiermann reparieren.

Im Rohbau des Hotels Waldorf-Astoria im Zoofenster-Hochhaus mussten Müller und die ihn begleitenden Bezirkspolitiker schließlich viel Fantasie aufbringen, um sich den künftigen Luxus vorzustellen, denn noch immer ist nur ein Musterzimmer fertig. Gründungsdirektor Friedrich Niemann nannte auch keinen genauen Eröffnungstermin. Es gehe „im Frühjahr“ los – spätestens „bis zum kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni“.

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