"Kater" : Nachfolger der Bar 25 öffnet

14.07.2011 15:06 Uhrvon
  • So könnte das "Kater Holzig"-Zukunftsprojekt aussehen: In der Holzmarktstraße in Friedrichshain planen die "Bar 25"-Macher ein Wohn-, Kultur- und Gewerbedorf . Foto: FSKA Architekten
    So könnte das "Kater Holzig"-Zukunftsprojekt aussehen: In der Holzmarktstraße in Friedrichshain planen die "Bar 25"-Macher ein Wohn-, Kultur- und Gewerbedorf . - Foto: FSKA Architekten
  • Die KaterHolzig-Betreiber Christoph Klenzendorf, Steffi-Lotta und Juval Dieziger wollen auf der gegenüberliegenden Spreeseite den Holzmarkt errichten. Foto: Georg Moritz
    Die KaterHolzig-Betreiber Christoph Klenzendorf, Steffi-Lotta und Juval Dieziger wollen auf der gegenüberliegenden Spreeseite den Holzmarkt errichten. - Foto: Georg Moritz
  • Das "Kater" soll einer der angesagtesten Orte der Stadt werden. Am Donnerstag, 14. Juli öffnet das Restaurant "Katerschmaus". In wenigen Tagen soll dort auch gefeiert, Theater gespielt und Kunst bestaunt werden. Foto: Christoph Spangenberg
    Das "Kater" soll einer der angesagtesten Orte der Stadt werden. Am Donnerstag, 14. Juli öffnet das Restaurant "Katerschmaus". In wenigen Tagen soll dort auch gefeiert, Theater... - Foto: Christoph Spangenberg

Seit Monaten wartet Berlins Partyszene auf den Nachfolger der legendären Bar 25. Jetzt hat der „Kater“ auf – zumindest schon mal das Restaurant.

Verdutzt guckt der neongrüne Kater von den Holzlatten in der Michaelkirchstraße 22 in Mitte. Der Kopf mit dem lädierten Auge und dem Fragezeichen darüber ist das Logo vom „Kater“. Hinter dem Zaun, auf dem Gelände der alten Seifenfabrik, will er Theater, Restaurant, Lounge, Kino, Ausstellungsort und Strandbar in einem sein. Partygänger sehnen die Eröffnung seit Monaten herbei – denn sie versprechen sich nichts weniger als den Nachfolger der legendären „Bar 25“.

Eigentlich sollte schon ab 1. Juni offen sein, doch die Zustimmung vom Bezirk fehlte.

Jetzt steht die Eröffnung der bunten Parallelwelt in der denkmalgeschützten Backsteinruine kurz bevor. Donnerstagabend wollten die Macher bereits im zugehörigen Restaurant „Katerschmaus“ gebratene Jakobsmuscheln mit französischen Renekloden und argentinisches Rinderfilettournedon servieren. Der Rest folgt sehr bald.

„Wir sind kurz vor der Eröffnung“, sagt Christoph Klenzendorf, der den Kater zusammen mit anderen Berliner Kulturschaffenden als Kater Holzig GmbH betreibt. Nun hänge alles an den Ämtern. Die wollten den Kater nicht im Bezirk haben, glaubt Klenzendorf, der auch einer der Männer hinter der Bar 25 war. Veranstaltungsorte dieser Größe seien nicht erwünscht im Bezirk.

Die Verwaltung weist jede Kritik zurück. Die Baugenehmigung sei erteilt, heißt es bei der Bauaufsicht des Bezirksamts Mitte. Von den Betreibern fehlten aber noch Dokumente zu Standsicherheit und Brandschutz. Ein Mitarbeiter des Bauamts sagt hingegen, man fürchte eine weitere „Vergnügungsstätte“ und damit mehr Lärm. Offiziell ist das Projekt als „Versammlungsstätte für kulturelle Veranstaltungen“ angemeldet.

„Das wird kein Techno-Club und auch keine neue Bar 25“, sagt Betreiber Klenzendorf und dämpft die Erwartungen vieler. Der Kater soll „Kulturtagesstätte“ sein. „Wir wollen Kunst zusammenführen“ sagt Klenzendorf. Auf Partys wird dabei sicherlich nicht verzichtet werden müssen. Helfen sollen die Kontakte, die jahrelang über die Bar 25 aufgebaut wurden. Hayk Seirig, der auch schon Küchenchef in der Bar war, kocht im Restaurant.

Bis vorigen Herbst war die Bar 25 einer der angesagtesten Orte der Stadt. Auf dem Gelände in der Holzmarktstraße, gegenüber vom Kater, wurden ganze Wochenenden durchgetanzt. Dann war Schluss. Die Grundstückseigentümerin Berliner Stadtreinigung (BSR) wollte den kontaminierten Boden des Geländes sanieren, das zum Investorenprojekt Mediaspree gehört. Im kommenden Jahr wird ein Film über die Bar auf der Berlinale uraufgeführt.
Lange war unklar, ob es die Bar 25 an einem neuen Ort geben würde. Der Spreepark kam als Gelände ins Spiel, die Betreiber erzählten lieber vom Umzug nach Indien. Dass es in der Seifenfabrik unter neuem Namen und mit ähnlichem Konzept weitergeht, erfuhr der Tagesspiegel im Frühjahr.

Mit Kiki Blofeld und Lichtpark nebenan dürfte die Ecke zu einem der beliebtesten Orte des Sommers werden. Seit Monaten wird in der Fabrikruine gebaggert und gehämmert. Vom Wasser aus sieht man einen hölzernen Bootssteg, daneben breite Stufen, auf dem Dach entsteht eine Terrasse. Über Details schwiegen sich die Macher wochenlang aus, einen Gang übers Gelände lehnten sie ab. Neugierige wurden fortgeschickt.

Weil in der Seifenfabrik Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen sollen, ist nach eineinhalb Jahren vermutlich wieder Schluss. Die Arbeit lohne sich trotzdem, sagt Klenzendorf. „Das ist eines der letzten Objekte, in denen Räume derart kreiert und gestaltet werden können.“ Es gehe nicht ums Geld – auch wenn es vor einigen Wochen hieß, dass eine späte Eröffnung im Juli oder August der finanzielle Ruin sein könnte. Die erste größere Veranstaltung ist das „Down by the River Festival“ mit Anti-Folkmusik am 23. Juli. Wenn alles klappt, kann schon früher gefeiert werden. Eine der raren Infos stand am Donnerstag nur ganz kurz auf der Webseite: Der Kater sei sprungbereit.

Restaurant "Katerschmaus", Eröffnung am Donnerstag, 14. Juli um 20 Uhr. Am 15. und 16. Juli ebenfalls ab 20 Uhr. Ansonsten geöffnet von Dienstag bis Sonntag ab 18 Uhr. Nur mit Reservierung unter der Telefonnummer 51 05 21 34. Mehr Informationen auf www.katerholzig.de.

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