• Stadtratskandidat aus Berlin-Pankow: AfD-Kandidat verteidigt Handgreiflichkeiten gegen ZDF-Moderator

Stadtratskandidat aus Berlin-Pankow : AfD-Kandidat verteidigt Handgreiflichkeiten gegen ZDF-Moderator

Er fühlte sich von dem ZDF-Reporter im Clownskostüm provoziert, sagt der AfD-Stadtratskandidat Nicolas Seifert aus Pankow. Die "Heute Show" hatte den Mann vergangenes Jahr auf eine AfD-Demo geschickt.

Lisa McMinn
Der AfD-Stadtratskandidat Nicolas Seifert zieht dem ZDF-Reporter die Perücke vom Kopf. Es kommt zu Handgreiflichkeiten.
Der AfD-Stadtratskandidat Nicolas Seifert zieht dem ZDF-Reporter die Perücke vom Kopf. Es kommt zu Handgreiflichkeiten.Foto: Screenshot ZDF-Youtube-Video

Der Bezirksrats-Kandidat Nicolas Seifert von der AfD aus Pankow ist vergangenes Jahr auf einer Demonstration gegen Zuwanderung dem Moderator Ralf Kabelka gegenüber handgreiflich geworden. Das ist auf einem Video des ZDF auf Youtube zu sehen, welches im November 2015 in der Berliner Innenstadt aufgezeichnet wurde.

Die Satire-Sendung "Heute Show“ hatte ihren Reporter am ersten Tag des Karnevals, dem 11. November, auf eine AfD-Demonstration gegen „illegale Masseneinwanderung“ geschickt - im Clownskostüm. Witzig fanden die meisten Demonstranten den Besuch nicht. Vor allem nicht der AfD-Kandidat für das Bezirksamt Pankow, Nicolas Seifert. „Ich bitte um ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit, bei diesem wichtigen Thema“,sagte Seifert in dem Video und reißt Kabelka seine rote Perücke vom Kopf. Kabelka packt Seifert daraufhin am Ärmel, doch der läuft mit dem Schopf in der Hand einfach weiter, begleitet von „Bravo“-Rufen eines Unterstützers. Am Ende schreitet ein dritter Demonstrant ein und besänftigt die Streitenden.

Nicolas Seifert soll in der kommenden Woche in das fünfköpfige Bezirksamt Pankow gewählt werden. Dem Tagesspiegel sagte er, „das Auftreten des Mannes vom ZDF mit der Clownkappe war eine Unverschämtheit.“ Er habe AfD-Demonstranten verunglimpft und beleidigt. Es handle sich dabei um Propaganda gegen AfD-Wähler, die als Satire getarnt gewesen sei.

AfD-Sprecher Ronald Gläser nannte den Auftritt „eine einzige Provokation“. Wer eine Kundgebung als Karnevalsveranstaltung charakterisiere, der dürfe „sich über solche Reaktionen nicht wundern“, sagte Gläser.

In Marzahn-Hellersdorf steht die Wahl von Thomas Braun an

Kein Clown, sondern ein Phantom ging bis zum Wochenende in Marzahn-Hellerdorf um. Am Montagabend stellten sich dort die fünf Bewerber für das Bezirksamt bei den jeweils anderen Parteien vor. Das war im Falle des AfD-Kandidaten Thomas Braun lange erwartet worden. Bisher hatte den Kandidaten außer der eigenen Fraktion niemand zu Gesicht bekommen. Er habe sich als bürgernaher und sozialer Politiker vorgestellt - als Konservativer, aber nicht als Rechter, heißt es aus den Parteien. In Marzahn-Hellersdorf ist die AfD die zweitstärkste Kraft in der Bezirksverordnetenversammlung.

Am Donnerstag soll Braun als Stadtrat bestätigt werden. Im Zweifel reichen dafür die Stimmen der eigenen Partei. Die anderen Parteien können den Prozess nur verlängern, nicht aber verhindern. Ulrich Brettin von der SPD hält von einem solchen Umgang mit der AfD nichts: „Ich finde diese Spielchen nicht demokratisch, die Bürger haben nun mal die AfD gewählt“, sagt der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Für Braun ist das Ressort der Bürgerdienste vorgesehen.

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