Standortwechsel : BVG-Zentrale zieht um - für zehn Millionen Euro

Am Wochenende verlassen mehr als 1000 BVG-Mitarbeiter den Verwaltungssitz am Kleistpark. Durch den Umzug in das Trias-Gebäude in der Holzmarktstraße sollen Millionenbeträge gespart werden.

Klaus Kurpjuweit
BVG-Zentrale
Die neue BVG-Zentrale an der Jannowitzbrücke. -Foto: dpa

Rund 2,9 Millionen Fahrgäste bringt die BVG täglich an ihr Ziel. Am Wochenende transportiert das Verkehrsunternehmen sich selbst. Die ersten Mitarbeiter der Hauptverwaltung verlassen das bisherige Domizil an der Potsdamer Straße in Schöneberg und packen ihre Kisten am neuen Hauptsitz im Trias-Gebäude an der Holzmarktstraße in Mitte wieder aus. Ein Wochenende später folgt der gesamte Vorstandsbereich, und am 22./23. August soll der Umzug dann abgeschlossen sein. Obwohl allein der Umzug der knapp 1150 Mitarbeiter nach Tagesspiegel-Informationen rund zehn Millionen Euro kosten wird, ist BVG-Chef Andreas Sturmowski überzeugt, dass sich der Wechsel finanziell lohnen wird.

Der Verkauf der drei Häuser an der Potsdamer Straße sowie der ehemaligen Hauptverwaltung der Ost-Berliner Verkehrsbetriebe an der Rosa-Luxemburg- Straße hat 36 Millionen Euro in die Kassen gebracht. Doch weil die BVG seit dem Verkauf im vergangenen Jahr die Räume im alten Domizil weiter nutzte, musste sie seither knapp zehn Millionen Euro Miete an den neuen Eigentümer zahlen – ein Konsortium aus Colonia Real Estate und Strategic Value Partners aus den USA.

Die BVG bleibt ein Hauptmieter an der Potsdamer Straße. Mehr als 9000 Quadratmeter hat sie für weitere sieben Jahre gemietet, 6783 Quadratmeter sogar für zehn Jahre – jeweils für zunächst 7,85 Euro je Quadratmeter und 3,30 Euro pro Quadratmeter als Nebenkostenvorauszahlung. Geringe Mieterhöhungen für die Folgejahre sind bereits vereinbart. Am alten Sitz bleiben die Leitzentrale, das Rechenzentrum und Tochterunternehmen wie die Berlin Transport oder Urbanis.

Insgesamt bringe der Umzug dem Unternehmen bis 2020 jährlich einen finanziellen Vorteil in Höhe von durchschnittlich 2,2 Millionen Euro, sagt Vorstandschef Sturmowski. Den Mietvertrag für das zum größten Teil leer stehende Gebäude am Spreeufer habe man im vergangenen Jahr zu günstigen Konditionen abschließen können.

Für das Trias-Gebäude zahlt die BVG monatlich zunächst 246 000 Euro, ab 2014 dann rund 256 500 Euro und ab 2019 knapp 266 000 Euro. Hinzu kommen noch die Nebenkosten in Höhe von rund 95 000 Euro. Der Vermieter hat die Räume für rund zehn Millionen Euro nach dem Bedarf der BVG umgebaut.

An der Potsdamer Straße hätte das Unternehmen die Gebäude nach Sturmowskis Angaben aufwändig sanieren müssen. Außerdem seien die Altbauten unwirtschaftlich. An der Potsdamer Straße und der Rosa-Luxemburg-Straße könne nur rund die Hälfte der zusammen 58 800 Quadratmeter für Büros genutzt werden. Dagegen seien im Trias-Gebäude 76 Prozent der Flächen nutzbar. Insgesamt gibt es dort aber etwas weniger Platz als jetzt in den Altbauten.

Weil ein Teil des Verkaufserlöses verwendet werde, um Schulden zu tilgen, sänken die Aufwendungen für Zinsen. Zudem müsse die BVG im Ostteil der Stadt weniger für Sozialbeiträge zahlen, was rund eine Million Euro jährlich ausmache.

Wer in Zukunft – außer den verbleibenden Abteilungen der BVG – die Gebäudekomplexe an der Potsdamer und der Rosa-Luxemburg-Straße nutzen wird, ist offen. Darüber müsse sich die BVG nicht den Kopf zerbrechen, sagte Sturmowski.

Ein kleines Risiko hat die BVG aber noch. Gelingt es ihr nicht, das Bezirksamt zu überzeugen, an der Potsdamer Straße 150 Stellplätze für Autos zu schaffen, muss sie für jeden nicht erreichten Platz 10 000 Euro an den Käufer erstatten; maximal also 1,5 Millionen Euro. Die Umzugsrechnung bleibe aber auch dann positiv, sagte der BVG-Chef.

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