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Statikprobleme in Schönefeld : Dicke Luft wegen zu schwerer BER-Ventilatoren

Die Behörden haben nicht nur abgelehnt, die gesperrte BER-Halle freizugeben - der Flughafen hat auch seine Gewährleistungsansprüche wegen der zu schweren Ventilatoren verwirkt.

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Zuviel unterm Dach. Im BER-Terminal wurden zu schwere Ventilatoren verbaut.
Zuviel unterm Dach. Im BER-Terminal wurden zu schwere Ventilatoren verbaut.Foto: picture alliance / dpa

Die Terminalhalle des künftigen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bleibt wegen der zu schweren Rauchgasventilatoren unterm Dach vorerst weiter gesperrt. Das bestätigte Stephan Loge (SPD), Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, am Mittwoch dem Tagesspiegel. Die von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld angestrebte kurzfristige Freigabe des BER-Terminals verzögert sich weiter.

Zwar hat die Flughafengesellschaft schon vor einigen Tagen nach Angaben von Loge unter Verweis auf ein neues Statikgutachten eine Teilfreigabe der Terminalhalle für die Bereiche unter den zehn leichten Ventilatoren beantragt, die das zulässige Höchstgewicht von zwei Tonnen um 300 Kilogramm überschreiten. "Aber das ist nicht genehmigungsfähig, weil es in Kollision zum Baustellenbrandschutz steht", sagte Loge. "Der Flughafen sucht jetzt eine andere Lösung für das Problem."  Nach dem vom Flughafen für die Teilfreigabe eingereichten Statikgutachten ist unter den leichten Ventilatoren die Statik nämlich nur gewährleistet, wenn die Ventilatoren nicht in Betrieb sind. Nach der Baugenehmigung für den Flughafen wiederum soll die Baustelle im Brandfall aber von diesen Ventilatoren entraucht werden.

Loge betonte, "bei Statik und Brandschutz auf einer Baustelle hat Sicherheit absoluten Vorrang." Er erinnerte an das Brandunglück auf dem Flughafen Düsseldorf, bei dem 16 Menschen starben. Der Schwelbrand sei bei Schweißarbeiten ausgelöst worden. Mühlenfeld soll heute im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses in Berlin zu den Problemen um nötige Erneuerung von 600  Wänden im Terminal und dem Baustopp wegen der Ventilatoren nehmen.

Keine Gewährleistungsansprüche

Im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhaus berichtete Mühlenfeld, dass Ursache für das Ventilatorenproblem schon 2008/2009 gelegt worden sei. Damit gebe es keine Gewährleistungsansprüche mehr, so der Flughafenchef. Entsetzt zeigt sich Jutta Matuschek, Linken-Abgeordnete: "Wo war die Baukontrolle?" fragte sie und forderte Kontrollmechanismen, um so etwas zu verhindern.

 

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