Berlin : Statt des ARD-Studios kommt WM-Globus vors Tor

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Bläulich schimmerte der FußballGlobus in der Nacht, hinter ihm das Brandenburger Tor und all die neuen Fassaden am Pariser Platz. Es war ein beeindruckendes Symbol der Fußball-WM 2006, das vor zwei Jahren um die Welt ging. Zur WM soll der Globus nun wieder vor dem Brandenburger Tor stehen – die ARD macht’s möglich. „Eigentlich hatten wir den Pariser Platz für die ARD freigehalten“, sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer dem Tagesspiegel. Doch weil der Sender seine WM-Zentrale nun lieber in Köln baut, „ist der Platz frei für den Globus“.

Die WM-Skulptur – die tagsüber wie ein Fußball aussieht – wird in Berlin einen Monat früher aufgebaut als geplant, nämlich zur Eröffnungsfeier am 8. Juni im Olympiastadion. Das kündigte gestern Robert Hofferer an, der Projektleiter des Globus. „Wir sind erfreut über die jüngsten Entwicklungen in Berlin“, sagte er. Bislang hatte der Senat nämlich den Standort verweigert, weil die ARD dort ihren spektakulären „Glaspalast“, wie er gern genannt wurde, bauen wollte. Von diesem Vorhaben nahm der Sender nun Abstand; produziert werde in Köln, hatte der WM-Koordinator der ARD, Ulrich Deppendorf, gesagt.

„Wir bedauern diese Entscheidung“, so Senatssprecher Donnermeyer. „Aber in so manch schlechter Nachricht steckt auch eine gute.“ Gegen den Standort des WM-Globus vor dem Brandenburger Tor hat nach der Absage der ARD auch der Senat für Stadtentwicklung „keine Bedenken“, so eine Sprecherin. Die Bauarbeiten am U-Bahnhof würden zur WM abgeschlossen sein, das habe die BVG versprochen, nur im weiteren Umfeld würden dann noch wenige Bauzäune stehen. „Die Fans können den Pariser Platz nutzen.“

Der WM-Ball wurde 1000 Tage vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2006 von Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet. Mehr als 100 000 Besucher strömten in sieben Wochen die 27 Stufen hoch, um im Innern des Balles Vorlesungen und Diskussionen zu besuchen, an Videospielen teilzunehmen oder sich den WM-Pokal anzuschauen. Anschließend wurde der Globus auf Reisen geschickt, einmal wird er in jedem der zwölf WM-Austragungsorte stehen. Nach dem vorletzten Stopp in München wird er abgebaut, das Material in 15 Lkw verstaut – und schließlich nach Berlin geschickt. AG

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