Steglitz-Zehlendorf : BVV wählt neue Rathauschefin

Die Wahl von Cerstin Richter-Kotowski zur Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf verlief ruhig. Dann gab es aber Streit um die Stadtratskandidatin Franziska Drohsel.

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Um jede Stimme geht’s. Die Kür der Bürgermeister ist nach der Wahl nicht ganz einfach.
Um jede Stimme geht’s. Die Kür der Bürgermeister ist nach der Wahl nicht ganz einfach.Foto: TSP/Kitty Kleist-Heinrich

Cerstin Richter-Kotowski ist die neue Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf. Die 54-jährige CDU-Kandidatin wurde am Mittwoch von den Bezirksverordneten im ersten Wahlgang gewählt – ohne große Diskussion. Die kam erst auf, als sich Franziska Drohsel zur Wahl als Stadträtin stellte.

Richter-Kotowski konnte sich auf die Schwarz-Grüne Zählgemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) verlassen. Den Amtswechsel als bisherige Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport zur Bezirksbürgermeisterin schaffte sie bereits im ersten Wahlgang mit 35 Ja-Stimmen. Die CDU ist mit 17 Verordneten in der BVV vertreten, die Grünen haben elf Mandatsträger. Richter-Kotowski löst damit den bisherigen Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) ab.

Im Bürgerhaus des Zehlendorfer Rathauses war es eng: Im Zuschauerbereich waren alle Sitzreihen voll besetzt. Bis 20 Uhr sah es so aus, als würde die Wahl des Bezirksamts schnell vonstatten gehen. Michael Karnetzki von der SPD und Frank Mückisch bleiben weiter Stadträte. Auch die Grünen-Kandidatin Maren Schellenberg schaffte es im ersten Wahlgang und wurde mit 42 Ja-Stimmen zur Stadträtin gewählt.

Streit um Stadtratskandidatin Franziska Drohsel

Einzig Franziska Drohsel scheiterte bei der ersten Wahl: Sie bekam 25 Ja- und 30 Nein-Stimmen. Zuvor hatte CDU-Fraktionschef Torsten Hippe die SPD für die Nominierung von Drohsel kritisiert. Weil die SPD-Kandidatin vor zehn Jahren noch Mitglied der als linksextremistisch eingestuften Organisation „Rote Hilfe“ war, bestehe ein „Gefahrverdacht“ gegenüber der 36-Jährigen. Hippe machte klar, dass er mit Nein abstimmen werde.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende wollte dann eine zweite Wahl nicht riskieren und stellte einen Antrag auf Vertagung, der genehmigt wurde. Die Bezirksbürgermeisterin und die übrigen Stadträte wurden vereidigt.

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