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Steglitzerin verfasst neue Hertha-Hymne : Und jetzt alle: "Hertha ist die, die immer lacht"

Die Steglitzerin Kerstin Ott schreibt einen Song. Ursprünglich für eine kranke Freundin zur Aufmunterung verfasst wird das Lied erst Youtube-Hit und ist nun Hertha-Hymne.

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Die Berlinerin Kerstin Ott bescherte den Herthanern mit "Eine, die immer lacht" ihre neue Stadion-Hymne
Die Berlinerin Kerstin Ott bescherte den Herthanern mit "Eine, die immer lacht" ihre neue Stadion-HymneFoto: Sven Simon, Imago; Promo Nona Photography

Das Fan-Lied entstand an diesem Wochenende irgendwo auf der Autobahn. Am Fenster zogen Provinzstädtchen vorbei, im Bus waren die Fans von Hertha BSC bester Laune. „Die ist die eine / die immer lacht“, trällerte es aus den Boxen des Fanbusses, der die Hertha-Anhänger gerade nach Hoffenheim bringt. Das Original stammt von der Sängerin Kerstin Ott; ein Ohrwurm, der seit 16 Wochen in den Charts steht, mittlerweile Platinstatus erreicht hat, in Discos, auf Feuerwehrfesten und Après-Ski-Partys rauf- und runtergespielt wird.

Das Video wurde 28 Millionen mal geklickt

Als das Lied wenig später auch im Stadion läuft, stimmen die Fans mit ein. Das Video der gelöst singenden Herthaner wird online geteilt und geteilt und geteilt und erreicht in wenigen Stunden 750 000 Menschen. Ein Youtube-Hit. Kerstin Ott, 34 und gebürtige Steglitzerin, ist längst so etwas wie ein Star. Das Lied, das nun wie wild in Herthas Fanszene kursiert, wurde bei Youtube sagenhafte 28 Millionen Mal angeklickt.

Geschrieben hat Ott, die mittlerweile in Schleswig-Holstein lebt, den Song schon vor knapp 15 Jahren für eine kranke Freundin – als ruhige Gitarrennummer. Für die Freundin nahm sie ihn auf CD auf, machte ein paar Kopien, die sie im Bekanntenkreis verteilte.

So gelangte er ins Netz, wo ihn zwei DJs aus dem Erzgebirge fanden. Die beiden veröffentlichten unter dem Namen Stereocat einen Remix des Songs auf Youtube, woraufhin sich wiederum Kerstin Ott bei ihnen meldete.

Ein Song fürs Hertha-Spiel - und für die Ballermann-Eröffnungsparty

„Unsere Zusammenarbeit funktioniert gut“, sagt Ott am Telefon. Ein paar Auftritte machen sie zusammen, wie etwa bei der Ballermann-Eröffnungsparty auf Malle Anfang Mai. Ansonsten macht Kerstin Ott ihr eigenes Ding. Das für den Sommer geplante Album soll eine bunte Pop-Mischung werden, „da dürfte für alle was dabei sein, außer vielleicht für Heavy-Metal-Fans“. In ihrem Job als selbstständige Malerin hat sie erst mal eine Pause eingelegt: zu viele Auftritte, ein Ende des Erfolgs ist nicht in Sicht. Gut möglich, dass der Song der nächste Sommerhit wird. Natürlich werden ihn die Fans auch am 20. April im Stadion singen, wenn Hertha BSC gegen Borussia Dortmund spielt. Vor 76 200 Fans im Stadion und vielen Millionen vor dem Fernseher.

Die Hertha-Fans hatten ja schon immer eine Vorliebe für eingängige Gesangseinlagen. Das beginnt in den 20er Jahren, als der eigentlich beknackte, aber doch kernige Schlachtruf „Ha-Ho-He“ entstand und Hertha zwei Meistertitel holte. Das ging in den Neunzigern weiter, als Frank Zander seinen Kneipenschunkelhit „Nur nach Hause gehen wir nicht“ im Stadion sang und die Hertha-Amateure es bis ins Finale schafften. Und es reicht bis ins Frühjahr 2009, als Hertha von der Meisterschaft träumte und die Fans einen Hiphop-Partysong umdichteten: Aus „Hey, was geht ab – wir feiern die ganze Nacht“ von den Tempelhofer Atzen wurde „Hey, was geht ab – wir holen die Meisterschaft“. Deren Sänger plumpste fast vom Sofa, als er das Lied in der „Sportschau“ hörte.

„Hertha ist die eine / die immer lacht“

Jede große Zeit braucht ihren Sound. Jetzt also Kerstin Ott, deren Song die Hertha-Fans prompt umgedichtet haben: „Hertha ist die eine / die immer lacht.“ Und aus dem Original „Oh, sie weint / oh, sie weint“ wird „Dortmund weint / Dortmund weint“.

Das Hertha-Video hat Kerstin Ott vor zwei Tagen auf Facebook gesehen – und sich gefreut: „Wenn so viele Leute dein Lied mitsingen, das ist doch Wahnsinn!“ Ein richtiger Fußball-Fan sei sie zwar nicht, aber natürlich verfolge sie mit, wie ihr Heimatverein aus Berlin spiele. „Über eine Einladung ins Stadion würde ich mich total freuen. Das Lied live vor den Fans zu singen, wäre eine riesige Ehre!“ Die kranke Freundin von damals ist übrigens wieder gesund. Ein gutes Omen für das Hertha-Spiel, ganz bestimmt.

Und jetzt alle:

Hertha ist die eine, die immer lacht

die immer lacht

die immer lacht

die immer lacht

Oh oh die immer lacht

Und nur sie weiß es nicht, wie es scheint

Dortmund weint

Dortmund weint

Dortmund weint

Aber nur, wenn sie alleine ist

wenn sie ist

wenn sie ist

Die Hertha, die Hertha, die Hertha

Die Hertha lacht

Die Hertha lacht

Hertha lacht

Hertha lacht

Oh oh oh die Hertha lacht

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