Stellen neu ausgeschrieben : Kalte Dusche für die Bäderchefs

Klaus Lipinsky und Michael Schenk leiten die Bäderbetriebe seit mehr als zehn Jahren. Nun müssen sie ihre Posten wahrscheinlich räumen. Der Aufsichtsrat entscheidet darüber im Januar. Ihr Nachfolger könnte ein Däne mit Südsee-Expertise werden.

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Für Klaus Lipinsky, Chef der Bäderbetriebe, wird es eng. Ob er seinen Posten behalten kann, entscheidet sich im Januar.
Für Klaus Lipinsky, Chef der Bäderbetriebe, wird es eng. Ob er seinen Posten behalten kann, entscheidet sich im Januar.Foto: Thilo Rückeis

Die beiden Geschäftsführer der landeseigenen Bäderbetriebe, Klaus Lipinsky und Michael Schenk, stehen möglicherweise vor der Ablösung. Beide Stellen wurden neu ausgeschrieben. Die Bäderbetriebe wollten sich dazu nicht äußern. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat nach Informationen des Tagesspiegels die Beratungsfirma Kienbaum mit dem Auswahlverfahren betraut.

Es gebe „mehrere Personen in der engeren Auswahl“, erklärte Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses. Darunter den Chef des Freizeitparks Tropical Islands, Ole Bested Hensing. Der Däne hat nach einem Bericht der Zeitung „Südkurier“ allerdings schon einen Vertrag als neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz in der Tasche. Er habe aber mündlich mitgeteilt, dass er am Chefsessel der Bäderbetriebe weiterhin Interesse habe, sagte Statzkowski. Auch Lipinsky und Schenk haben erklärt, dass sie gerne weitermachen möchten. Ihre Verträge laufen im nächsten Jahr aus. Der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe soll am 22. Januar über die Personalien entscheiden.

Der 62-jährige Lipinsky, gebürtiger Weddinger, vertritt die Bäderbetriebe nach außen. Er übernahm den Chefposten 2001. Seitdem wurden viele Schwimmhallen saniert, aber auch einige geschlossen oder privatisiert. Lipinsky und Schenk, der 2002 hinzukam, erledigten ihre Arbeit relativ geräuschlos. Kritik kommt jetzt allerdings von den Grünen. „Wir haben immer einen Wechsel gefordert“, sagt die Grünen-Abgeordnete Felicitas Kubala. Lipinsky habe „immer nur nach neuem Geld gejammert und keine neuen Ideen produziert“. Das jetzige Auswahlverfahren verlaufe allerdings intransparent und erinnere sie an die heftigen Querelen um die Suche nach einem neuen Messechef. „Wir kennen nicht einmal das Stellenprofil.“

Bekannt ist dagegen das Gehalt. Lipinsky verdiente 2011 196 000 Euro, Schenk 164 000. Die Bäderbetriebe haben 740 Mitarbeiter.

Auch SPD-Sportexperte Dennis Buchner findet die Ausschreibung grundsätzlich in Ordnung. „Wir sehen mal, ob es interessante Bewerber gibt.“ Nach rund zehn Jahren sei es an der Zeit für ein „neues Team“. Lipinsky sei der richtige Mann gewesen, um die Bäderlandschaft zu sanieren, jetzt sollte aber jemand ans Ruder, der „die Bäder in eine neue Zeit führt“. Neue Öffnungszeiten und Attraktionen, um die Einnahmen zu steigern, stünden auf der Agenda.

Die Bäderbetriebe bekommen jedes Jahr einen Landeszuschuss von rund 42 Millionen Euro, um ihre Betriebskosten zu decken. Hinzu kommen Investitionsmittel für das laufende Sanierungsprogramm. Bislang wurden rund 70 Millionen Euro in die Bäder investiert.

Strittig ist derzeit der Neubau eines Außenbeckens am Poststadion in Moabit. Der Bezirk Mitte möchte das Becken mit Fördermitteln bauen, den Betrieb aber den Bäderbetrieben überlassen. Die verlangen dafür eine Garantie, dass der Bezirk für etwaige Verluste aufkommt. Staatssekretär Statzkowski erklärte nun, dass die Finanzverwaltung eine Ausfallbürgschaft des Bezirks für rechtlich unzulässig hält. Damit steht das Projekt weiter auf der Kippe. Thomas Loy

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