Sternekoch aus Berlin : Tim Raue und seine Frau trennen sich nach 22 Jahren

Der bekannte Sternekoch aus Berlin Tim Raue und seine Frau Marie-Anne geben das Ende ihrer Ehe bekannt. Sie wollen aber weiterhin zusammen arbeiten.

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Die Ehe der beiden Berliner Gastro-Größen ist nach 22 Jahren beendet. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2008.
Die Ehe der beiden Berliner Gastro-Größen ist nach 22 Jahren beendet. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2008.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Als Tim Raue vor zwei Wochen in seinem Restaurant über neue Pläne sprach, ließ er sich nichts anmerken. Auch seine Frau Marie-Anne stand freundlich im Hintergrund, ergänzte hier, soufflierte da. Nur wenige enge Freunde und Branchenkenner wussten, dass die beiden zu diesem Zeitpunkt längst kein kein Paar mehr waren. Aber erst jetzt machte die Zeitschrift „Bunte“ öffentlich, dass die Ehe des vielbeschäftigten 42-jährigen Küchenstars nach 22 Jahren gescheitert ist. Beide haben sich schon vor Monaten entschieden, privat getrennte Wege zu gehen.

Beruflich – das ist inzwischen geregelt – sollen sich aber keine Änderungen ergeben. Das Restaurant „Tim Raue“ in Kreuzberg soll als gemeinsames Lebenswerk unbedingt erhalten bleiben: Dort kümmerte sie sich von Anfang an um die Finanzen und meist auch um die Gäste, und sie hielt ihm damit den Rücken frei für die Arbeit am Herd und die Expansion seines separaten kulinarischen Reichs. Erst vor kurzem haben die beiden viel Geld in eine neue Küche investiert, die auf dem allerneuesten Stand der Technik ist.
In seiner Autobiographie „Ich weiß, was Hunger ist“ beschrieb Tim Raue einst, wie Marie-Anne ihn gerettet hat.

Sie wollten alles probieren, was neu und ungewöhnlich kreativ war

Nach der Scheidung der Eltern war er zeitweise bei seinem gewalttätigen Vater aufgewachsen, wurde über Jahre misshandelt, bis es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Vater kam, in der sich herausstellte, dass er schneller und stärker war – geübt durch seine Zeit bei den Kreuzberger „36 Boys“. Mit 20 machte er einen Schnitt, hat seinen Vater seitdem nie wiedergesehen.
Da war Marie-Anne schon Teil seines Lebens. Im Alter von 19 Jahren hatte er sie in einer Diskothek kennengelernt.

Da war er noch Lehrling im Restaurant „Chalet Suisse“ im Grunewald. In seinem Buch beschreibt er auch, wie die beiden das wenige Geld, das sie besaßen in Reisen zu den großen Küchenstars investierten. Sie wollten alles probieren, was neu und ungewöhnlich kreativ war. Beide setzten ihren beruflichen Weg dann auch fast durchweg gemeinsam fort, mit dem „E.T.A. Hoffmann“ in Riehmers Hofgarten, dem „44“ im Swissotel und im „Ma Tim Raue“, dem eleganten asiatischen Restaurant an der Rückseite des Adlon-Gebäudes.

Für die Gründung des eigenen Restaurants in der Rudi-Dutschke-Straße mussten sich beide hoch verschulden; seit es mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist und auf Platz 52 der „100 besten Restaurants der Welt“ steht, stellt das aber offenbar kein Problem mehr dar.
Erfolg hat Raue gegenwärtig aber vor allem als Berater auf Honorarbasis. Das „La Soupe populaire“, das demnächst für ein Jahr geschlossen wird, war meist auf Monate ausgebucht, er ist in Dubai und auf „Mein Schiff 5“ tätig und eröffnet am nächsten Freitag als Berater und Namensgeber die „Brasserie Colette“ im Tertianum in der Passauer Straße; die frühlingsgrünen Einladungen sind gerade herausgegangen. In München ist das Konzept bereits sehr erfolgreich, Colette in Konstanz folgt im Sommer.

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