STERNFAHRTFAN CHRISTOPH WILHELM : „Man fühlt sich wie eine bedrohte Art“

Christoph Wilhelm
Christoph Wilhelm

Herr Wilhelm, Sie haben in den vergangenen zehn Jahren fast an jeder Sternfahrt teilgenommen, sind auch in diesem Jahr trotz des Regens gestartet. Hat es Spaß gemacht?

Am Großen Stern kam ich total durchnässt an. Dennoch war es wieder ein tolles Gefühl, mit so vielen Radlern gemeinsam unterwegs zu sein – ohne Autos. Die Stadt gehörte uns.

Danach bin ich gleich nach Hause gefahren zu heißem Tee und Badewanne. Aber mal wieder präsent zu sein für ein besseres Radwegenetz in Berlin, das war mir wichtig.

Wie fühlen Sie sich als Radfahrer in Berlin?

Vieles hat sich für Radler schon verbessert. Es gibt mehr Radwege und Radstreifen – aber es ist noch längst nicht genug. Man fühlt sich als Radfahrer an manchen Ecken noch immer wie eine bedrohte Art. Nun will ich aber niemandem Angst vorm Radeln machen. Im Gegenteil. Wir werben ja auch mit der Sternfahrt dafür. Je mehr Menschen in die Pedale treten, desto sicherer wird Berlin für Radfahrer, weil sie dann von den Autofahrern stärker wahrgenommen und respektiert werden.

Was fasziniert sie am Radfahren?

Immer draußen an der frischen Luft, mit eigener Muskelkraft gut vorwärts zu kommen, das ist großartig. Alljährlich im Sommer starte ich mit Freunden von meinem Wohnort in Lichtenberg aus zu einer größeren Radtour. Oft legen wir mehrere hundert Kilometer zurück. Auf diese Leistung ist man dann stolz, das ist ein Supergefühl.

Das Gespräch führte Christoph Stollowsky.

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