Streit um Mülltrennung : An den Glascontainern in Berlin scheppert's

In Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick fehlen seit neuestem die Glascontainer in den Hinterhöfen. Darum gibt es nun Ärger.

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In drei Bezirken gibt es keine Glascontainer mehr. Wer seine Flaschen wegbringen will, muss zu den großen Behältern an der Straße gehen.
In drei Bezirken gibt es keine Glascontainer mehr. Wer seine Flaschen wegbringen will, muss zu den großen Behältern an der Straße...Foto: Imago

Es gibt Ärger ums Glas. Bei der Stadtreinigung (BSR) häufen sich nach Angaben ihrer Sprecherin Sabine Thümler Beschwerden erboster Mieter, weil Glassammeltonnen an den Häusern entfernt worden sind. Aber die BSR ist der falsche Adressat. Den Beschluss hat das Duale System getroffen, und die Senatsumweltverwaltung hat dem „bedingt“ zugestimmt, wie Sprecherin Petra Rohland sagte. Demnach werden in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick die haushaltsnahen Sammeltonnen, die neben den anderen Müllbehältern stehen, abgezogen. Flaschen können dann nur noch in zentral aufgestellte Container geworfen werden, die maximal 300 Meter von der Wohnung entfernt stehen sollen. Bisher hätten die betroffenen Bezirke aber zu wenig Stellplätze angeboten, sagte der Sprecher des Dualen Systems, Norbert Völl, dem Tagesspiegel.

2015 soll ein Gutachten das neue Konzept auswerten

Die Umstellung erfolge, weil das Sortieren bei den haushaltsnahen Tonnen nicht funktioniere. Die Qualität des Berliner Altglases sei „exorbitant schlecht“. Getrennt werden kann am Haus zudem nur weißes und grünes Glas; für braunes gibt es Extra-Einwürfe nur an den zentralen Sammelpunkten. Da der Anteil des Braunglases am geringsten sei, lohne sich das Aufstellen solcher Tonnen direkt am Haus nicht, sagte Völl.

Zudem lande in den Glastonnen am Haus zu oft auch anderer Müll, was das spätere Trennen in den Glasaufbereitungswerken zusätzlich erschwere. Der Aufwand sei so groß, dass das Sammeln wirtschaftlich sinnlos werde, weil es günstiger sei, Glas ohne Altmaterial herzustellen. Beim Dualen System hofft man, dass in den zentralen Anlagen weniger Restmüll landen wird – dort sind die Öffnungen kleiner und man nehme in der Regel auch keinen anderen Müll mit. 2015 soll ein Gutachter auswerten, ob das neue Konzept aufgeht, sagte Rohland. Vorher werde es keine weiteren Umstellungen geben.

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