Streit ums Altglas : Glascontainer sind jetzt ein Fall fürs Abgeordnetenhaus

Jetzt schaltet sich auch das Parlament in den Streit um Altglas ein. Die SPD hat einen Antrag eingereicht, damit die Verwerter wieder zur Altglassammlung in den Höfen zurückkehren.

Ralf Schönball
Bring's weg! Die Verwerter wollen, dass die Flaschen zu den Iglus gebracht werden.
Bring's weg! Die Verwerter wollen, dass die Flaschen zu den Iglus gebracht werden.Foto: Imago

Eng wird es nun für die Duale System (DS). Ein breites Bündnis von Parlamentariern aller Fraktionen zeichnet sich ab gegen den Alleingang der DS bei der Abschaffung der Altglasbehälter in Haushöfen. An die Spitze der Bewegung hat sich an diesem Wochenende die SPD-Fraktion mit einem Antrag fürs Abgeordnetenhaus gesetzt: Darin heißt es, der Senat möge die DS auffordern, zur Altglassammlung in den Höfen zurückzukehren.

Ein Bericht des Tagesspiegel über die Pläne der DS hatte im Nordosten Berlins eine Protestwelle von Anwohnern, Vermietern und Bezirkspolitikern ausgelöst. Zuvor hatten die Altglasverwerter unangekündigt Glastonnen aus den Höfen abgezogen und die Bewohner dazu aufgefordert, leere Flaschen und Gläser zu „Sammelcontainern“ (Iglus) in der Umgebung (rund 300 Meter) zu tragen. Ursprünglich wollte die DS die Umstellung kurz darauf in allen anderen Bezirken durchführen. Die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verhinderte dies aber.

„Unser Beschlussantrag muss erst noch durchgesetzt werden“, sagte dessen Verfasser Daniel Buchholz (SPD). Ähnlich äußerte sich die Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Daniela Augenstein: „Die Entsorgung ist privatisiert, wir haben es nicht allein in der Hand.“ Die DS müsse ihre Glassammlung aber mit dem Senat abstimmen. Die Gebiete mit den neu eingeführten Iglu-Containern würden deshalb nur als „Modellvorhaben“ angesehen und Gutachter das Projekt bis 2015 bewerten. Sollte sich im Testgebiet die Glasqualität nicht wesentlich verbessern, könnten technisch verbesserte Glastonnen in die Höfe zurückkehren. Die CDU-Fraktion unterstützte den Vorstoß der SPD. Und die Grünen begrüßten die „Rückkehr zur Vernunft“ der Koalition.

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