Studie 25 Jahre nach dem Mauerfall : Berlin ist die Hauptstadt der Optimisten

Nach einer Studie der Hertie School tritt die Trennung zwischen Ost und West in Berlin langsam in den Hintergrund. Viele Probleme der geteilten Stadt seien ausgestanden. Besonders die junge Generation macht Hoffnung.

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Das Brandenburger Tor, Symbol der deutschen Teilung.
Das Brandenburger Tor, Symbol der deutschen Teilung.Foto: dpa

25 Jahre nach dem Mauerfall hat sich das ehemals geteilte Berlin zur „Hauptstadt der Optimisten“ entwickelt. „Die Stadt musste sich neu erfinden, ihre Bewohner neu orientieren“, heißt es in einer neuen Berlin-Studie der Hertie School of Governance, die dem Tagesspiegel vorliegt. Ein Vierteljahrhundert später sei „vieles davon ausgestanden“. 68 Prozent der Berliner sähen die Zukunft Berlins optimistisch. Die althergebrachte Trennung zwischen Ost und West trete langsam in den Hintergrund.

Laut Umfrage der Hertie School unter 2000 Berlinern ab 14 Jahre sind 36 Prozent der Berliner der Meinung: „Zwischen Menschen aus West- und Ost-Berlin merke ich keinen Unterschied.“ Bei einer gleichlautenden Studie vor fünf Jahren waren es nur 25 Prozent. Allerdings ist ein weiteres Drittel der Befragten immer noch der Meinung, dass die Berliner in Ost und West „wenig miteinander zu tun“ hätten. Der Präsident der Hertie School, Helmut Anheier, erklärt dies im Tagesspiegel-Interview damit, dass die ältere Generation nun mal im Westen oder Osten aufgewachsen und sich der Unterschiede weiterhin bewusst sei. Bei der jungen Generation sei dies anders. Zudem gebe es noch reale Differenzen zwischen Ost und West, etwa bei den Gehältern.

So sah der Mauerstreifen aus
Berlin, 80er Jahre, irgendwo in Neukölln. Wer aus der Engelhardt-Kneipe kam, stolperte direkt gegen die Mauer. Es könnte die Heidelberger Straße sein.Weitere Bilder anzeigen
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heute 13:51Berlin, 80er Jahre, irgendwo in Neukölln. Wer aus der Engelhardt-Kneipe kam, stolperte direkt gegen die Mauer. Es könnte die...

Mehrheit für weiter Aufarbeitung der SED-Diktatur

In einer am Montag in Berlin veröffentlichten Studie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vertreten acht von zehn Deutschen die Auffassung, dass die weitere Aufarbeitung der Diktatur in der DDR auch künftig nötig sei. Rund 60 Prozent meinen aber auch, es müsse stärker nach vorne geschaut werden. Die DDR sei Geschichte, und nur 38 Prozent der Bundesbürger wünschen sich, mehr über die Historie zu erfahren. Ausgenommen davon sind allerdings jüngere Deutsche zwischen 14 und 29 Jahren, von denen mehr als die Hälfte (58 Prozent) gern mehr über die Geschichte der DDR erfahren würde.

Die Ursachen für den Zusammenbruch der DDR werden in Ost und West ähnlich gesehen. 33 Prozent meinen, die Reformpolitik von Michail Gorbatschow sei der wichtigste Grund gewesen. 22 Prozent finden, der Zustand der DDR-Volkswirtschaft sei es gewesen. Zehn Prozent der Befragten geben an, die DDR-Opposition sei bedeutsam für den DDR-Untergang gewesen. Die Umfrage zeigt auch, dass der 9. November 1989 als das markanteste Datum der friedlichen Revolution weithin bekannt ist. 69 Prozent der Befragten in Ost und West wissen, dass in der Nacht zum 10. November die Grenzübergänge an der Berliner Mauer geöffnet wurden.

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