Täter flüchteten in linkes Szenehaus : Polizeiauto mit Steinen angegriffen

Fünf Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag ein Polizeiauto mit Steinen beworfen. Sie flüchteten anschließend in ein linkes Szenehaus. Die Beamten wurden leicht verletzt.

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Erneut ist ein Streifenwagen der Polizei in der Nacht zu Sonntag vermutlich von Linksextremisten angegriffen worden. Kurz vor Mitternacht hatten etwa fünf dunkel gekleidete Personen völlig unvermittelt in der Waldemarstraße den VW Touran mit Steinen beworfen. Zwei Scheiben des Wagens wurden dabei durchschlagen. Der Fahrer wurde von einem Stein am Arm getroffen, sein Kollege erlitt Schnittverletzungen durch Glassplitter. Beide traten leicht verletzt vom Dienst ab.

Nach der Attacke sind die Angreifer nach Polizeiangaben in das „Georg-von Rauch-Haus“ geflüchtet, wo am Samstagabend ein Punk-Konzert stattfand. Das Haus ist seit 1971 fester Bestandteil der linken Szene. Die Funkstreife war ohne Blaulicht und Sirene zu einem Einsatz wegen Hausfriedensbruchs in der Möckernstraße unterwegs.

Kurz nach dem 1. Mai war in der Mariannenstraße ein Streifenwagen mit Steinen beworfen worden, zudem hatten die Unbekannten versucht, das Fahrzeug in Brand zu setzen. Die Täter hatten den Wagen abgepasst, als er an einer roten Ampel halten musste und ihn aus einer kleinen Parkanlage heraus massiv mit Pflastersteinen beworfen. Ein Angreifer hatte dann eine Tür aufgerissen und die Rückbank mit einer bengalischen Fackel in Brand gesetzt, zudem wurde ein Molotowcocktail auf den VW Touran geworfen.

Die Beamten konnten mit dem innen und außen brennenden Wagen in letzter Sekunde flüchten, sie blieben unverletzt. Ermittelt wird wegen versuchten Totschlags, die Staatsanwaltschaft hat 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Nach der Gewalttat hatte die Gewerkschaft der Polizei in Briefen an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Innensenator Frank Henkel (CDU) kritisiert, dass „Polizisten ihren Dienst in Berlin unter ständiger Lebensgefahr versehen“ müssen und dabei „die am schlechtesten bezahlten Beamten in Deutschland“ seien. Auffällig ist, dass in beiden Fällen Streifenwagen vom Typ VW Touran angegriffen wurden, diese haben handelsübliche Scheiben.

Vor einem Monat hatten die Besucher einer Feier auf dem Kinderbauernhof – 100 Meter vom Rauchhaus entfernt – einen Polizisten schwer verletzt. In allen Fällen ermittelt der für politische Delikte zuständige Staatsschutz. 2011 hatten knapp 2000 Polizisten eine Körperverletzung angezeigt.

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