Tegel muss durchhalten : Krach am Himmel, Angst vorm Winter

Durch die verzögerte Inbetriebnahme des BER-Flughafens muss Tegel länger geöffnet bleiben. Die Anwohner leiden also weiterhin unter Fluglärm. Schnee und Eis könnten ebenfalls Probleme bereiten.

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Die Anwohner rund um den Flughafen Tegel leiden Tag und Nacht unter massiver Lärmbelastung. Foto: dapd
Die Anwohner rund um den Flughafen Tegel leiden Tag und Nacht unter massiver Lärmbelastung.Foto: dapd

Totgesagte leben länger – fast eineinhalb Jahre muss der längst an seine Grenzen gekommene Flughafen Tegel nun zusätzlich durchhalten, obwohl er bereits in der Nacht zum 3. Juni dieses Jahres geschlossen werden sollte. Das heißt auch, dass die Anwohner nun voraussichtlich bis Ende Oktober 2013 den Krach ertragen müssen – auch nachts. Landungen sind bis kurz vor Mitternacht üblich.

Rolf-Roland Bley von der Initiative gegen das Luftkreuz bezeichnete den nun bevorstehenden Weiterbetrieb von Tegel als „schlimm“. Nicht nur in der Nacht sei der Lärm belastend, auch tagsüber flögen die Maschinen fast im Minutentakt über die Anwohner hinweg. Und dass Tegel nun wirklich im Oktober 2013 schließt, glaubt Bley nun auch nicht mehr.

Dass der Betrieb überhaupt noch funktioniert, bezeichnen Insider fast als ein Wunder. Die veraltete Technik ist seit Jahren nicht erneuert worden, weil ursprünglich schon Ende Oktober 2011 die Lichter in Tegel ausgehen sollten. Vor allem beim Gepäck ist viel Handarbeit erforderlich, was zu erheblichen Verzögerungen vor allem bei der Ausgabe führen kann. Ob nun noch weiter investiert werden muss, wenn auch am 17. März, wie bisher vorgesehen war, nicht Schluss ist, wollten am Dienstag weder die Flughafengesellschaft noch der Bodendienstleister Globe Ground sagen.

Bis auf die Probleme mit dem Gepäck verlaufe der Betrieb in Tegel erstaunlich gut, heißt es bei den Fluggesellschaften. Obwohl Tegel seit Juni auch den für Schönefeld vorgesehenen Mehrverkehr von Air Berlin und Lufthansa aufnehmen musste. Und jetzt kommen zwei Maschinen vom Tochterunternehmen Germanwings hinzu, die von Schönefeld nach Tegel umstationiert werden. So will der Konzern den Verkehr bündeln. Lufthansa gibt umgekehrt aber auch eine ihrer 15 in Tegel beheimateten Maschinen im Winterflugplan ab. Für den Sommer müsse man sich keine Sorgen machen, sagte Sprecher Wolfgang Weber. Probleme könne es im Winter mit dem Enteisen von Flugzeugen und dem Räumen der Startbahnen und der Abstellflächen für Flugzeuge geben.

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