Tegel wird für 17 Millionen Euro renoviert : Totgesagte leben länger

Der Flughafen Tegel wird derzeit für 17 Millionen Euro renoviert. Erste Arbeiten sind beendet – von der Startbahn bis zum WC ist vieles repariert.

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Flughafen Tegel.
Damit Tegel den Ansturm bewältigen kann, wurde in Technik investiert.Foto: dpa

Totgesagte sollen bekanntlich länger leben – schöner auf jeden Fall. Zumindest gilt dies für den Flughafen Tegel, der seit dem 2. Juni 2012 außer Betrieb sein sollte und nun für rund 17 Millionen Euro aufgefrischt wird. Am Freitag stellte die Flughafengesellschaft die ersten Ergebnisse vor.

Auch vermeintliche Kleinigkeiten sind wichtig. Nicht ohne Stolz führte Betriebsleiter Elmar Kleinert deshalb die erste renovierte Toilettenanlage im Innenring des Terminals A vor. Alles ist neu: die Leuchten, die Fliesen, der Fußboden, das Waschbecken und natürlich die sanitären Anlagen. Rund zwei Wochen dauere eine Renovierung, eine Menge Zeit bei insgesamt 32 Anlagen im alten Terminal. Bis Jahresende sollen alle im „Ertüchtigungsprogramm“ vorgesehenen Arbeiten beendet sein.

Schneller geht es im Terminal D, in dem der Check-in-Bereich seit 20. Juli geschlossen ist, um ein rund hundert Meter langes Kofferförderband umzubauen und für die Bundespolizei ein neues Röntgengerät fürs Gepäck zu installieren. Die Arbeiten sollten am 30. Juli abgeschlossen sein, haben sich allerdings etwas verzögert. Nächste Woche werde die Anlage aber betriebsbereit sein, versprach Kleinert. Weil für das Gepäckband mehr Platz geschaffen worden ist, hat der Terminal im Obergeschoss einen kleinen Anbau erhalten, der aufs Flugfeld ragt. Optisch ist er kaum vom alten Gebäude zu unterscheiden.

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Frische Farbe für Tegel

Dafür fällt auf, dass die Treppenanlagen im Terminal frisch gestrichen sind. Auch die 16 Fluggastbrücken haben im Innern neue Farben bekommen. Zuletzt waren die Anlagen auf Verschleiß gefahren worden; schon Monate vor der einst für Juni 2012 geplanten Schließung hatte die Flughafengesellschaft nur noch das Allernotwendigste investiert.

Waren Toiletten kaputt oder Rohre verstopft, wurden die Anlagen meist einfach stillgelegt. Dass die Flughafengesellschaft jetzt doch noch einmal Geld lockermachen muss, wird auch die Nachnutzer erfreuen, die modernisierte Bereiche übernehmen können, wenn der Flugbetrieb eines Tages doch noch zu Ende gehen sollte. Wie die jetzt vorgenommenen Arbeiten dann mit den Nachnutzern verrechnet werden, muss noch ausgehandelt werden. Alle Kosten wird der Flughafen aber sicher nicht ersetzt bekommen.

Ins Geld gegangen ist auch die bereits abgeschlossene Sanierung der beiden Start- und Landebahnen; rund 40 000 Quadratmeter wurden erneuert; dabei mussten die Befeuerungsanlagen aus- und eingebaut werden. Fünf Jahre hält der Belag jetzt; doch so lang soll der Flughafen nicht in Betrieb bleiben.

Störanfällige Teile sollen erneuert werden

Die Flughafengesellschaft versucht nach Kleinerts Angaben, vor allem störanfällige Teile zu erneuern. Dazu gehören unter anderem die Drehtüren an den Ein- und Ausgängen im Terminal A. Im Gepäckbereich ist nach Angaben von Flughafensprecher Ralf Kunkel eine „schnelle Eingreiftruppe“ mit 15 Mitarbeitern, im Winter mit zehn, aufgebaut worden, um Störungen schnell beseitigen zu können. Dies hatte vor allem die Lufthansa gefordert. Ihr Sprecher Wolfgang Weber bestätigte am Freitag auch, die Flughafengesellschaft sei auch gutem Weg; es bleibe aber noch einiges zu tun. Sogar Umsteiger im internationalen Verkehr, die kein Einreisevisum nach Deutschland haben, kann Tegel inzwischen empfangen. Die spartanisch eingerichteten Warteräume hat der Lufthansa-Betriebsrat frei gemacht. Durchschnittlich kommen hier täglich zwischen fünf und 20 Passagiere an; es waren aber auch schon 60.

Auch das alte Gebäude in Schönefeld wird aufgemotzt, was dort ebenfalls vor allem die Toilettenanlagen nötig haben. Dort reichen aber für alle Arbeiten dann drei Millionen Euro.

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