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Foto: David von Becker
Foto: David von Becker

Familie in Berlin

MAMA, PAPA, PUNK UND HIPPIE

Beim Kennenlernen hat er geflunkert: Tobias Münchmeyer gab sich als Astronaut aus, als er seine heutige Frau, Journalistin Katja, das erste Mal traf. In ihrer Heimat Kiew wollte er ihr imponieren. Bevor sie 1999 nach Berlin zogen, lebten die Münchmeyers in der ukrainischen Hauptstadt, in Moskau und Amsterdam. Seither wohnt die vierköpfige Familie in Prenzlauer Berg. Vieles hat sich verändert, der Bezirk sei zu einer „Oase für Reiche mutiert“, sagt Tobias Münchmeyer. Der Charme des Stadtteils sei fast verloren gegangen. Doch die Familie hat sich arrangiert. Münchmeyer sagt, er habe durch seine Auslandsaufenthalte die Toleranz und Freiheit schätzen gelernt, die Berlin biete. Die Töchter Rosa und Marusja wachsen zweisprachig auf. Mit ihrer Mutter sprechen die beiden nur Russisch, untereinander lieber Deutsch. Zwei wie Feuer und Wasser: Die siebenjährige Marusja ist die kleine Rebellin, die zehnjährige Rosa die Weltverbesserin. „Wie Punk und Hippie“, sagt Katja Münchmeyer. Rosa war „sogar schon demonstrieren“. Kein Wunder, der Papa arbeitet bei der politischen Vertretung von Greenpeace Berlin. Das will Rosa auch, wenn sie groß ist. Marianna Mamonova

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