Trotz Zwangsräumung : Kälte-Nothilfe in Wedding will weitermachen

Der Kälte Nothilfe in Wedding steht die Zwangsräumung bevor. Trotzdem denken die Macher nicht ans Aufgeben - auch wegen des Tods von Rosemarie F.

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In den vergangenen Wochen demonstrierten viele Berliner gegen Zwangsräumungen und steigende Mieten.
In den vergangenen Wochen demonstrierten viele Berliner gegen Zwangsräumungen und steigende Mieten.Foto: dpa

Trotz bevorstehender Räumung will die Kälte-Nothilfe der Initiative „Wärme mit Herz“ die Arbeit in ihrer Notunterkunft in Wedding weiterführen. „Noch heute nehmen wir eine dreiköpfige Familie auf“, sagte Initiator Zoltan Dominic Grasshoff am Donnerstag.

Die Vermieterin Gesobau AG hatte der Initiative bereits im Februar 2012 den Kooperationsvertrag für die Wohnung gekündigt. Bis 17. Mai soll sich die Nothilfe freiwillig zurückziehen, ansonsten wird die Wohnung geräumt. Initiator Grasshoff wehrt sich gegen die Vorwürfe der Gesobau AG, nicht professionell zu agieren. Auf den Offenen Brief an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, in dem Dienstag ein Ersatzgebäude gefordert wurde, habe er noch keine Reaktion. Andere Politiker und Juristen hätten hingegen ihre Unterstützung angeboten.

Ein freiwilliger Rückzug ohne Ersatzgebäude komme nach dem Tod von Rosemarie F. nicht mehr infrage. „Ich kann nicht verantworten, die derzeitigen Bewohner auf die Straße zu setzen“, sagte er. Rosemarie F. war zwei Tage nach der Räumung ihrer Wohnung in einer Notunterkunft der Kälte-Nothilfe gestorben. Im Moment leben laut Angaben des Initiators vier Personen in der Wohnung.

Für den 11. Mai ist ein Benefizkonzert im Gedenken an die verstorbene Rosemarie F. geplant. Die Einnahmen sollen für das Begräbnis von Rosemarie F., für Aktionen des Bündnisses „Zwangsräumung verhindern“ und die Kälte-Nothilfe verwendet werden.

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