Überfüllte Märkte im Advent : Platzangst auf dem Weihnachtsrummel

11.12.2012 16:19 Uhrvon und
Im Getümmel. Polizisten laufen Streife auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz. Für die Sicherheit der Besucher ist aber erstrangig der Veranstalter verantwortlich. Foto: Björn Kietzmann
Im Getümmel. Polizisten laufen Streife auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz. Für die Sicherheit der Besucher ist aber erstrangig der Veranstalter verantwortlich. - Foto: Björn Kietzmann

UpdateVorweihnachtszeit in der Millionenstadt: Zwischen Fahrgeschäften und Buden drängen sich die Menschenmassen. Selbst manche Schausteller fühlen sich eingeengt. Das Bezirksamt Mitte will der Sache jetzt nachgehen.

Nach dem gefährlichen Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt "Wintertraum am Alexa" will das Bezirksamt Mitte jetzt mit dem Veranstalter reden. "Wir werden das überprüfen", sagte die Leiterin der Bauaufsicht, Tanja Lier, dem Tagesspiegel. Bisher habe es keine Beschwerden am Alexa gegeben. Der Markt sei im Vorfeld geprüft und abgenommen worden. Lier vermutet, das wegen des verkaufsoffenen Sonntags am 2. Advent besonders viele Besucher in der Stadt gewesen seien. Am Samstagabend hatte sich der Markt am Alex, der eher wie ein Rummelplatz gestaltet ist, in ein drangvolles Labyrinth verwandelt. Eine Besucherin erlebte ihre erste Weihnachtsmarkt-Panik: „Am Riesenrad geht es kaum noch vorwärts, die Masse drängt von vorn und von hinten zum Ausgang.

Ich fühle mich eingequetscht und eingesperrt in der Menge, kann mich kaum noch bewegen. Ständig stößt mir jemand in den Rücken. An die Glühweinbuden und Süßwarenstände kommen wir erst gar nicht heran. Eine Mutter hält zwei kleine Kinder an der Hand, eines wird von der drückenden Menge von hinten geschubst und fällt zu Boden.“ Die Geschichte geht glücklicherweise gut aus: Nach 15 Minuten Herumirren erreichte die Besucherin einen Notausgang. Aber Weihnachtsmärkte in der Innenstadt wird sie bis auf weiteres meiden.

„Es ist eine Schande, aber wir Schausteller sind leider machtlos. Unsere Mitarbeiter berichten ständig, wie voll es dort ist. Die Veranstalter haben alles eng zugebaut und die Besucher haben kaum noch Freiraum“, sagte eine Mitarbeiterin der Steiger OHG, die das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt betreibt, dem Tagesspiegel.

Ähnliche Erlebnisse schildern Nutzer des Online-Bewertungsportals „Qype“: „Wir waren gestern als Gruppe da und das war eine Katastrophe, es war so voll, dass man sich nicht richtig bewegen konnte, geschweige denn voran kam.“

Wintertraum-Veranstalter Charles Blume weiß nichts von solchen Problemen. „Es gab an keinem Tag eine Überfüllung“, allenfalls sei es zu „Stockungen“ im Menschenstrom gekommen. 3000 Besucher dürften maximal auf das 15 000 Quadratmeter große Gelände. Die Fläche ist zu 80 Prozent mit Buden und Fahrgeschäften bebaut. Die Beurteilung, ob der Platz überfüllt ist oder nicht, liegt im Ermessen des Veranstalters. Im vergangenen Jahr habe man den Weihnachtsmarkt zweimal wegen Überfüllung geschlossen, sagt Blume, in diesem Jahr rechnet er nicht mehr damit.

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