Ukraine-Gipfel in Berlin : Putin legt das Regierungsviertel lahm

Im Regierungsviertel sind U-Bahnhöfe gesperrt, gepanzerte Fahrzeuge fahren auf. Der Grund ist der Besuch des russischen Präsidenten Putin.

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Wladimir Putin auf Staatsbesuch in Berlin.
Wladimir Putin auf Staatsbesuch in Berlin.Foto: dpa

U-Bahnhof Bundestag - geschlossen. U-Bahnhof Brandenburger Tor - geschlossen. S-Bahn-Ausgang Pariser Platz - geschlossen. Die U55 ist damit komplett eingestellt, wer von der S-Bahn zum Brandenburger Tor möchte, muss Umwege laufen. Grund ist der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Im Regierungsviertel, rund ums Brandenburger Tor und die russische Botschaft herrscht Ausnahmezustand.

In der Wilhelmstraße fahren Panzerwägen auf, Anwohner kommen kaum in ihre Häuser, Sicherheitsbeamte leuchten in jeden Gulli. Ein Tagesspiegel-Redakteur befürchtet, dass ihn wegen der ganzen Sicherheitsvorkehrungen sein Sohn an seinem heutigen Geburtstag gar nicht besuchen kann.

Da guckt selbst Berlin

Berlin hat schon viele Staatsbesuche gesehen, aber der Besuch des umstrittenen Putin fällt selbst den abgeklärten Berliner als etwas Besonderes auf. Welche Maßnahmen getroffen werden, welche Straßen wann und wie lange gesperrt sind und wann man wieder am Pariser Platz aus der S-Bahn aussteigen darf, kann die Berliner Polizei nicht sagen.

"Bis der Programmpunkt dort abgeschlossen ist", heißt es. Dabei ist der Präsident noch gar nicht da - die Landung in Tegel wird für etwa 17.30 Uhr erwartete, heißt es aus dem Bundespresseamt. Um 18 Uhr ist die Begrüßung durch Angela Merkel im Bundeskanzleramt geplant.

Bis etwa 22 Uhr wird es kurzfristige Sperrungen auf der Straße des 17. Juni, der Dorotheenstraße, in der Ebertstraße, der Scheidemannstraße, der Paul-Löbe-Allee, der Yitzhak-Rabin-Straße, der Heinrich-von-Gagern-Straße, am Pariser Platz, und der Wilhelmstraße geben.

Zwischen 16 und 19 Uhr sind einige Kundgebungen gegen Putin im Regierungsviertel geplant, dabei geht es etwa um die Bombardierung des syrischen Aleppo durch die Russen, den Konflikt mit der Ukraine und die "Verfolgung der Krim-Tataren".

Nach den Gesprächen mit Merkel, dem französischen Präsidenten Holland und dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko reist Putin gleich wieder ab.

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