Umstrittener Flughafen-Chef : Warum Rainer Schwarz trotzdem weiter machen darf
28.07.2012 22:13 UhrDiese Konstellation dürfte es nicht oft geben: Die Eigentümer trauen dem von ihnen eingesetzten Geschäftsführer nicht mehr – lassen ihn aber unverdrossen weitermachen. So kann Flughafenchef Rainer Schwarz in seinem kleinen Büro im 30er-Jahre-Bau auf dem Flughafen Schönefeld bleiben. Noch. Nach dem Desaster um die geplatzte Eröffnung des Flughafens musste nur der für den Bau verantwortliche Geschäftsführer Manfred Körtgen seinen Schreibtisch räumen. Das ging ganz schnell. Inzwischen ist offenbar nicht nur das Vertrauen des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) in die Verlässlichkeit des Airportchefs erheblich gestört.
Nachdem Mitglieder der vom Ministerium eingerichteten Sonderkommission von der Teilnahme am Stresstest für die Brandschutzanlage in der vergangenen Woche kurzfristig ausladen worden waren, hatte das Ministerium ein Ende der „Heimlichtuerei und Schönrederei“ gefordert.
Mangelnde Transparenz und Kontrolle moniert auch der Bundesrechnungshof bei den ausufernden Kosten für das Großprojekt. Nach einem Bericht des Magazin „Focus“ hätten die Bundesministerien für Verkehr und Finanzen kaum eigene Risikobewertungen vorgenommen und sich zu sehr auf die Angaben der Flughafengesellschaft verlassen. Die Glaubwürdigkeit des Flughafenchefs steht damit einmal mehr infrage.
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Wie Insider berichten, hätten die drei Eigentümer der Flughafengesellschaft – Berlin, Brandenburg und der Bund, die für Kredite von 2,4 Milliarden Euro geradestehen – Schwarz am liebsten sofort gefeuert, auch wenn es offiziell heißt, Schwarz habe einen gültigen Vertrag, der in den Gremien von keinem der Anteilseigner infrage gestellt worden sei.
Die Mienen des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und des Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (beide SPD) waren eisig, als sie am 8. Mai mitteilen mussten, dass der Flughafen nicht am 3. Juni in Betrieb gehen könne. Schwarz saß düpiert neben dem Aufsichtsratschef Wowereit und dessen Stellvertreter Platzeck. Fast kleinlaut sagte er am Schluss: „Ich würde gern künftig genauso intensiv für das Projekt BER weiterarbeiten, wie ich es bisher getan habe.“ Er durfte.



































