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Umstrittenes Konzert in Berlin : Auftritt der Nationalisten-Band Thompson abgesagt

Die C-Halle hat das umstrittene Konzert der kroatischen Band Thompson abgesagt. Gegner hatten im Vorfeld Proteste angekündigt. Der Band wird Verherrlichung des kroatischen Faschismus vorgeworfen, ihr Frontmann ist nach Meinung von Kritikern ein Hass-Sänger.

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Alles für Kroatien. Sänger Marko Perkovic, Spitzname "Thompson".
Alles für Kroatien. Sänger Marko Perkovic, Spitzname "Thompson".Foto: AFP

Die umstrittene kroatische Band Thompson will am Sonnabend in Berlin auftreten. Dies sagte ein Mitarbeiter des Konzertsmanagements der Gruppe dem Tagesspiegel. In linken Internetforen wird zu Protesten gegen das Konzert mobilisiert. Auf Plakaten und im Internet wird die ehemalige Columbiahalle als Veranstaltungsort genannt, auf deren Internetseite ist der Termin allerdings nicht eingetragen. Die Sprecherin der C-Halle, Ines Riepenhusen, bestätigte am Dienstag, dass der Veranstaltungsort den Vertrag gekündigt habe. „Das Konzert wird nicht stattfinden“, sagte Riepenhusen.

Die Mitglieder der Band zeigten sich noch am Montag davon überzeugt, in der Halle am Columbiadamm spielen zu können, „zu 99 Prozent“, hieß es. Es sei ein Mietvertrag geschlossen und eine Anzahlung geleistet worden. Eine Mitteilung zum Auftrittsort solle in den kommenden Tagen folgen. Auf der Facebookseite der C-Halle der Halle sind eine ganze Reihe von Kommentaren zu lesen, die sich gegen das „Faschisten-Konzert“ aussprechen. „Könnt ihr das nicht irgendwie absagen?“ heißt es dort unter anderem.

Benannt hat sich die Gruppe nach einer Maschinenpistole, „Thompson“ ist gleichzeitig der Spitzname des Bandgründers und Kriegsveteranen Marko Perkovic. Immer wieder ist Thompson eine Nähe zur faschistischen kroatischen Ustascha-Bewegung unterstellt worden. Bei der Europatour 2007 hatte das Simon Wiesenthal Center, jüdische NGO, gegen die Auftritte protestiert. Linke Aktivisten betonen zudem, dass die Schweiz im Jahr 2009 kurz vor einem geplanten Konzert gegen Perkovic ein befristetes Einreiseverbot erlassen hatte.

Der Veranstalter sagte dagegen am Ostermontag, dass Thompson nichts mit Faschismus zu tun habe. „Das wird ein Familienkonzert“, hieß es. Unterstützt wird das Berliner Konzert laut Veranstaltungsplakat von mehreren kroatischen Restaurants und Firmen.

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