Berlin : Unterm Sternenbanner

Anders als vor vier Jahren laden nur die Obama-Fans zu einer Wahlparty für alle.

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Darf er bleiben, muss er gehen? US-Präsident Barack Obama. Foto: AFP
Darf er bleiben, muss er gehen? US-Präsident Barack Obama. Foto: AFPFoto: AFP

Sie sind siegesgewiss: „Watch the sunrise with us again“ steht auf dem Plakat, mit dem die Berliner Anhänger der US-Demokraten zu ihrer Wahlparty am 6. November laden. Darunter ein stilisierter Sonnenaufgang und die Namen ihres Spitzenkandidaten Barack Obama und seines Vizes Joe Biden. Von 21 Uhr an bis zum Frühstück wollen die „Democrats Abroad Berlin“ im Babylon-Kino am Rosa-Luxemburg-Platz feiern. Auch wer kein uneingeschränkter Obama-Fan ist, aber vom aktuellen US-Wahlfieber angesteckt ist, dürfte hier auf seine Kosten kommen – zumal es kaum Alternativen gibt: Die Feier der Demokraten ist die einzige größere Berliner Wahlparty, die nicht nur geladenen Gästen offensteht.

Denn wenngleich in der Nacht auf Mittwoch an mehreren Orten der Stadt mit Diskussionen und Live-Übertragungen begonnen wird: Wer nicht auf den entsprechenden Einladungslisten steht oder sich im Vorfeld um Tickets bemüht hat, bleibt in der Regel draußen. Anders als beim letzten Mal vor vier Jahren bieten auch die deutschen Anhänger der US-Republikaner keine eigene Party. Die meisten „Republicans Abroad“ drücken Obamas Herausforderer Mitt Romney die Daumen auf einer der Feiern, die andere organisieren, oder verfolgen das Kopf-anKopf-Rennen von privaten Veranstaltungen aus, wie es aus Parteikreisen heißt. Das liegt vor allem daran, dass die US-Republikaner im Gegensatz zu den Demokraten in Berlin nur ein Splittergrüppchen sind und gerade mal ein paar Dutzend aktive Mitglieder zählen.

Die wohl größte Wahlparty der Nacht findet in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Mitte statt. Daran beteiligt sich neben der US-Botschaft und mehreren transatlantischen Vereinigungen und Unternehmen auch der Tagesspiegel. Wer keine Karte hat, um persönlich dabei zu sein, kann den Abend mit Interviews, Analysen und Berichten aus den USA via ZDF live am Bildschirm verfolgen. Wie auch die Berliner Veranstaltungen anderer Sender: Die ARD sendet sieben Stunden live und mit Musik aus dem „E-Werk“ in Mitte. Und aus der hauptstädtischen Bertelsmann-Vertretung in Mitte feiern und senden RTL, n-tv und CNN die ganze Nacht über.

Wer bei der öffentlichen Party der US-Demokraten dabei sein will, sollte sich beeilen, eine der Karten zu 5 Euro zu sichern: Vor vier Jahren war die Veranstaltung komplett ausverkauft und überfüllt. Auch diesmal haben sich die Veranstalter darauf eingerichtet, das Duell der Kandidaten für Zaungäste zusätzlich auf Bildschirmen außerhalb des Babylon-Kinos zu übertragen. Lars von Törne

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