Berlin : Unterschriften für historische Fassade Weiter Streit ums Jagdschloss Glienicke

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Baustelle Glienicke. Das Jagdschloss wird seit Monaten saniert. Foto: Thilo Rückeis
Baustelle Glienicke. Das Jagdschloss wird seit Monaten saniert. Foto: Thilo Rückeis

Letzte Runde für das Jagdschloss Glienicke. Um doch noch die historische Fassade durchsetzen zu können, hat am Montag in Zehlendorf das Sammeln von Unterschriften für einen sogenannten Einwohnerantrag begonnen. Zu den Initiatoren gehört unter anderem Annette Ahme, die sich schon seit Jahren für die Erhaltung historischer Gebäude einsetzt.

Beim Jagdschloss wird seit vielen Monaten erbittert um die Gestaltung der Fassade gerungen. Dabei geht es darum, ob der 2003 bei einem Großbrand zerstörte Erker aus Stahl und Glas des Architekten Max Taut aus den 60er Jahren wiederhergestellt oder ob die historische Fassade rekonstruiert wird, die Hofbaumeister Albert Geyer im 19. Jahrhundert entworfen hatte.

Der Chef des Landesdenkmalamtes, Jörg Haspel, hatte sich – gegen den heftigen Widerstand des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf und der Bezirksverordneten für den Taut-Erker am Eingangsbereich der Bildungsstätte entschieden.

Mit dem Einwohnerantrag wollen die Initiatoren erreichen, dass das Bezirksamt schriftlich „einen dringenden Hilferuf“ an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schickt, mit dem Ziel, sich für die historische Fassade einzusetzen. Das Jagdschloss gehöre zum Weltkulturerbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ und als Kultursenator sei Wowereit zuständig dafür, dieses Erbe zu pflegen, argumentieren die Befürworter der historischen Fassade. Für die Taut-Anhänger ist dagegen auch die moderne Fassade ein Teil des Weltkulturerbes. Zudem sei sie ein Symbol des Kalten Krieges.

Rund tausend Unterschriften brauchen die Initiatoren, um mit ihrem Antrag erfolgreich zu sein. In drei bis vier Wochen sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Klaus Kurpjuweit

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