Urteil : Lange Haft nach Mord an einer Prostituierten

Nach dem Mord an einer Prostituierten in einer Berliner Pizzeria ist ein 26-Jähriger zu vierzehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte die 49-Jährige Frau erschlagen und sich an der Leiche vergangen.

Berlin - Wegen Mordes an einer Prostituierten und Vergewaltigung einer Bekannten verurteilte das Landgericht Berlin den Mann zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten. Zugleich wurde seine Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt angeordnet. Nach Überzeugung des Gerichts leidet der Angeklagte seit Jahren unter einer schweren schizophrenen Persönlichkeitsstörung. Wegen der verminderten Schuldfähigkeit des geständigen Angeklagten wurde statt einer lebenslangen nur eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe verhängt.

Der Angestellte eines Lokals wurde für schuldig befunden, am 6. April 2006 eine 49 Jahre alte Prostituierte in einer Moabiter Pizzeria nach einvernehmlichen Sexspielen mit einem Werkzeug von hinten erschlagen zu haben. Danach hatte er sich an der Leiche sexuell vergangen. Der Angeklagte hatte sich einen Tag nach dem Prostituiertenmord bei der Polizei im nordrhein-westfälischen Schwelm gestellt und eine weitere Tat gestanden. Ein Jahr zuvor habe er auf Mallorca eine Bekannte vergewaltigt und ihr mehrfach mit einem Stein auf den Kopf geschlagen.

"Furchtbare Brutalität"

Der Angeklagte sei mit "furchtbarer Brutalität" gegen die wehrlose Prostituierte vorgegangen, sagte der Richter. Sie habe sich gegen den heimtückischen Angriff von hinten nicht wehren können.

Das Gericht ging nach der nichtöffentlichen Vernehmung des Mannes von einer krankheitsbedingten, eingeschränkten Hemmungsfähigkeit des Angeklagten aus. Der Richter sagte weiter, es gebe bei dem Angeklagten Anhaltspunkte dafür, dass eine Behandlung erfolgreich sein könnte. Ohne Therapie hingehen sei der 26-Jährige "gefährlich" und die Allgemeinheit müsse daher vor ihm geschützt werden, hieß zu Begründung der Unterbringung in die Psychiatrie.

(tso/ddp)

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