BBI in Schönefeld : Baukonzern zieht Beschwerde zurück

Das Bauunternehmen Hochtief wehrt sich nicht mehr juristisch gegen die Neuausschreibung des Terminalbaus.

Schönefeld - Die Neuausschreibung des Terminals für den Großflughafen in Schönefeld (BBI) ist juristisch nicht mehr gefährdet. Das Bauunternehmen Hochtief hat seine Beschwerde vor dem Oberlandesgericht in Brandenburg/Havel nach Informationen des Tagesspiegel zurückgezogen. Der Konzern gehörte zu den vier Bietern, deren Angebote für den Bau des BBI-Terminals wegen zu hoher Kosten nicht zum Zuge kamen.

Der Sprecher der Hochtief Construction AG, Bernd Pütter, wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren. Hochtief suche „aktiv nach einer Lösung“, damit der Bau des BBI „so schnell wie möglich“ erfolgen könne, sagte er gestern dem Tagesspiegel.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hatte das Vergabeverfahren im Oktober 2007 „aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit“ gestoppt. Die vier eingegangenen Angebote hätten jeweils etwa 70 Prozent – rund 360 Millionen Euro – über den kalkulierten Baukosten für den Terminal gelegen, sagte damals der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auch Aufsichtsratschef der Berliner Flughäfen ist.

Die Hochtief AG war bereits Mitte Dezember mit einer Beschwerde gegen die Aufhebung der ursprünglichen Ausschreibung bei der Vergabekammer des Landes Brandenburg gescheitert. Das Unternehmen hatte daraufhin Anfang dieses Monats Beschwerde beim Brandenburger Oberlandesgericht eingelegt, aber auf einen Antrag zum Stopp der Neuausschreibung bis zur Gerichtsentscheidung verzichtet. Diese Beschwerde hat Hochtief nun zurückgezogen.

Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Stefan Zackenfels, sprach gestern von einer „Ohrfeige für Hochtief“. Es sei aber zu begrüßen, dass der Konzern doch noch zur Vernunft gekommen sei.

In den kalkulierten Gesamtkosten für den Bau des BBI von rund zwei Milliarden Euro beträgt der Anteil für den Terminalbau etwa 630 Millionen Euro. Der Bau wurde jetzt in sieben Teile aufgeteilt, die jeweils einzeln neu ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung des Rohbaus und der Gepäckförderanlage ist im November erfolgt, derzeit läuft der zweite Teil der Vergabe, bei der die Bewerber ausgewählt werden, von denen konkrete Angebote gefordert werden. Der Bau des sechsgeschossigen Terminals soll planmäßig Mitte 2008 beginnen.

Aus Kreisen des Unternehmens Hochtief hieß es gestern, die angebotenen Baukosten seien angesichts der geplanten Form des Terminals mit unter anderem riesigen Glasfassaden realistisch. Die Neuausschreibung in einzelnen Losen würde den Bau des BBI eher verteuern und verzögern. Die Flughafengesellschaft geht dagegen davon aus, dass man im vorgesehenen Kostenrahmen und Zeitplan bleibt, nach dem der neue Flughafen Ende 2011 eröffnet werden soll.

Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass der Terminal des Großflughafens schon zur Eröffnung im Jahr 2011 größer sein soll als ursprünglich geplant. Neben dem Zentralgebäude werden zwei Flügel für die Abfertigung von Billigflieger-Passagieren gebaut. Im Eröffnungsjahr 2011 seien am BBI mehr als 22 Millionen zu erwarten.

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