Neue Wagen fehlen : Die S-Bahn rollt mit vollem Tempo in die nächste Krise

26.12.2012 22:48 UhrVon

Der Senat versprach sich viel von einem Betreiberwechsel 2017. Doch der Zeitplan dahin ist zu eng bemessen.

Dass auch ein Umbau zu Problemen führen kann, hat sich jetzt beim ersten Schnee gezeigt.Bild vergrößern
Dass auch ein Umbau zu Problemen führen kann, hat sich jetzt beim ersten Schnee gezeigt. - Foto: obs/Deutsche Bahn AG

Weihnachten bei der S-Bahn: Am zweiten Feiertag lief der Betrieb tagsüber fast wie geschmiert; bis zum Abend gab es nur einen Teilausfall einer Fahrt auf der Ringbahn. Doch von einem Normalbetrieb ist die S-Bahn noch weit entfernt. Auch im nächsten Jahr müssen die Fahrgäste mit Einschränkungen rechnen. Und selbst wenn es dem Unternehmen gelingen sollte, wieder auf die Räder zu kommen, drohen spätestens von 2015 an erneut Zugausfälle in großem Stil. Alle drei vorhandenen Baureihen seien „krank“, sagt S-Bahnchef Peter Buchner dem Tagesspiegel. Und vollkommen „gesund“ werden sie wohl nie wieder.

„Das A und O für einen reibungslosen Betrieb sind die Fahrzeuge“, sagt Buchner. Rechtzeitig Ersatz für betagte Züge zu schaffen, habe der Senat jedoch versäumt. Erst in diesem Jahr hat die Verwaltung die Ausschreibung für den Betrieb auf dem Ring und den südöstlichen Zulaufstrecken auf den Weg gebracht – für die Zeit nach dem 14. Dezember 2017, wenn der bisherige Vertrag mit der S-Bahn ausläuft. Frühestens im Sommer 2014 soll aber feststehen, unter wessen Regie dann die Züge auf dem Ring fahren werden. Beworben haben sich neben der S-Bahn drei Unternehmen aus dem Ausland.

Der Senat verlangt, dass der künftige Betreiber neue Züge anschafft – mindestens 348 Wagen plus Reserven. Dazu reicht die Zeit von 2014, wenn der Betreiber ausgewählt wird, bis zur Betriebsaufnahme im Dezember 2017 aber nicht. Für das Entwickeln und Erproben neuer Züge setzen Fachleute mindestens fünf Jahre an. Das Beschaffen der neuen Züge könne deshalb erst Ende 2020 abgeschlossen werden, bestätigt auch der Senat. Ein neuer Betreiber könnte so nur schrittweise Fuß fassen und die S-Bahn müsste selbst bei einer Verlust des Betreibervertrages zunächst noch mehrere Jahre weiterfahren.

Dann muss sie ihre alten Züge einsetzen, die ursprünglich Ende 2017 verschrottet werden sollten. Diese müssten wahrscheinlich vorher noch aufwendig umgebaut werden. Und dies sei wiederum nur mit einem längeren Werkstattaufenthalt möglich, so dass Fahrzeuge für den Betrieb fehlten, sagt Buchner.

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