Personalmangel : Basel wirbt Berliner Busfahrer ab

Die Basler Verkehrsbetriebe suchen "Bus-Chauffeure" per Inserat in Berliner Zeitungen. Die BVG gibt sich gelassen - doch Personalmangel gibt es überall im Nahverkehr. "Der Markt ist leergefegt", sagt ein Insider.

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Umsteigen, bitte. Die Baseler Verkehrsbetriebe suchen Busfahrer – auch in Berlin. Dabei findet auch die BVG seit Längerem zu wenig geeignete Bewerber für den Dienst hinterm Lenkrad.
Umsteigen, bitte. Die Baseler Verkehrsbetriebe suchen Busfahrer – auch in Berlin. Dabei findet auch die BVG seit Längerem zu wenig...Foto: picture alliance / dpa

Erst waren es die Lehrer – nun folgen die Fahrer von Bahnen und Bussen. Weil es zu Hause zu wenig Bewerber gibt, suchen die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) jetzt per Zeitungsinserat auch in Berlin mehrere „Bus-Chauffeure und Bus-Chauffeusen.“ Warum die Basler ihre Fühler bis Berlin ausstrecken, war am Montag zunächst nicht zu erfahren.

Die BVG reagierte gelassen. Ihr Sprecher Klaus Wazlak sagte, Fahrer verließen immer wieder die BVG. Ob sie nach Basel oder in eine andere Stadt gingen, sei dann egal. Auch die BVG hat schon seit längerem Probleme, Fahrer zu finden. „Der Markt ist leergefegt“, sagte ein Insider.

Bei der S-Bahn führte der Fahrermangel Anfang des Jahres dazu, dass täglich Fahrten ausfielen. Hektisch wurde dann Personal gesucht – in den eigenen Reihen, aber auch mithilfe der Bundesagentur für Arbeit. Allerdings nicht im Ausland, wie ein Sprecher sagte. Inzwischen sei der Bedarf für dieses Jahr gedeckt; insgesamt über 100 neue Triebfahrzeugführer werde die S-Bahn in diesem Jahr ausbilden. Im nächsten Jahr folgten dann neue Kurse. Der Sprecher ist zuversichtlich, auch dann wieder genügend Bewerber zu haben.

Auch der Bahnkonzern ist auf der Suche nach Triebfahrzeugführern. Vor allem in den wirtschaftlich starken Regionen von Baden-Württemberg und Bayern, wo die Arbeitslosenquote gering ist, melden sich zu wenig Interessenten für das Fahren einer Lokomotive. Auch aus Berlin und Brandenburg sind deshalb Mitarbeiter der Bahn in den Süden der Republik gewechselt.

Auf der Suche nach Triebfahrzeugführern ist auch die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg), die im Dezember den Betrieb auf zwei Regionalexpress-Strecken im Berliner Raum übernimmt. „Das Personal wächst nicht auf den Bäumen“, sagte Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann. Inserate gebe man in der Region auf, in der Fahrer gesucht würden. Die Initiative aus Basel hatte auch ihn überrascht. Schuchmann ist überzeugt, auch ohne Suche im Ausland bis Dezember den erforderlichen Personalbestand zu erreichen.

Bundesweit benötigen die Verkehrsbetriebe nach Angaben des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bis 2015 rund 30 000 neue Fahrer; vor allem, weil wegen des hohen Durchschnittsalters viele ausscheiden werden.

Da ist es gut, dass es in Basel nur Busse und Straßenbahnen gibt. So werden der BVG wenigstens keine U-Bahn-Chauffeure und -Chauffeusen durch die BVB abspenstig gemacht.

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