Teurer Terminal : Regierungsflughafen für 125 Millionen Euro

06.04.2009 16:56 UhrVon Ralf Schönball
BBI Foto: dpa
Eine undatierte Computersimulation des Großflughafens. - Foto: dpa

Standesgemäßer Start: Der Bund lässt auf dem Großflughafen BBI ein Abfertigungsgebäude für Staatsgäste und Minister bauen. 125 Millionen Euro soll das kosten. Wie erklärt sich diese Summe?

Die Bundesregierung baut am Airport Berlin-Brandenburg International (BBI) einen eigenen Bereich mit Terminal für Staatsgäste und Minister sowie mit Technik- und Verwaltungsgebäuden. Das Budget beträgt 125 Millionen Euro. Genutzt werden diese Flächen vom Auswärtigen Amt sowie von der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Auch im Tegeler Airport gibt es einen solchen „Protokollbereich“. Dieser ist viel kleiner, weil die Flugbereitschaft bisher ihren Hauptsitz in Köln-Bonn hat. Mit der Eröffnung des BBIs ziehen aber Teile dieses Bereichs der Bundeswehr nach Berlin um: Ein Viertel der rund 1000 in Köln/Bonn stationierten Mitarbeiter sind betroffen, heißt es in Regierungskreisen.

„Da entsteht ein kleiner Regierungsairport“, sagte Robert Erfen, der bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für das Projekt zuständig ist. Im Zentrum der Anlage stehe ein Empfangsgebäude für Staatsgäste mit einer Bruttogeschossfläche von 7700 Quadratmetern. Dort werden auch Kanzlerin und Minister künftig einchecken, wenn sie Maschinen der Flugbereitschaft für ihre Dienstreisen nutzen. Das Gebäude solle maximal 19,5 Millionen Euro kosten, was einem Quadratmeterpreis von rund 2500 Euro entspreche. Einen VIP-Zuschlag bei den Baukosten werde es nicht geben.

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  • In einer Aktuellen Stunde im Berliner Abgeordnetenhaus Ende August hat der Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Die Opposition forderte Klarheit über einen neuen Start-Termin und die Kosten der Verschiebung. Foto: dapd
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Auf dem militärischen Bereich des Flughafens Tegel hatte der Bund im Jahr 1998 rund vier Millionen Euro in den Umbau bestehender Gebäude investiert. In Regierungskreisen heißt es, dieser Bereich sei aufgrund der Berliner Flughafenplanung von vornherein als „Provisorium“ angelegt worden.

Für den Terminalneubau in Schönefeld läuft bereits ein Architektenwettbewerb. Entwürfe müssen bis zum 20. April eingehen, da der „Regierungsairport“ im November 2011 in Betrieb gehen soll. In der Ausschreibung heißt es, „der für das Auswärtige Amt zu errichtende Neubau des Empfangsgebäudes für Staatsgäste der Bundesrepublik Deutschland muss hohen repräsentativen Ansprüchen genügen“. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, der Neubau solle „auch in der Umwelt- und der Medientechnik auf dem neusten Stand sein“.

Während die Maschinen der Flugbereitschaft bisher vom Flughafen Köln/Bonn aus operieren, werden künftig drei Hubschrauber, zwei „VIP-Versionen“ des Airbusses sowie sechs Maschinen für Mittelstrecken in Schönefeld stationiert. Dazu müssen Hangars, Rollfelder und die gesamte Technik zur Betankung und Wartung dieser Maschinen aufgebaut werden. Mit Piloten, Technikern und Flugbegleitern laufen Verhandlungen über einen Wechsel ihres Dienstsitzes an die Spree, hieß es in Parlamentskreisen.

Nach Angaben des Berliner Flughafensprechers Eberhard Elie wird der kleine Regierungsairport von den Ämtern und Einrichtungen des Bundes in Eigenregie geplant und gebaut. Dies erfolge in enger Abstimmung mit der Berliner Flughafengesellschaft. Der Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg International laufe planmäßig. An der Errichtung des Hauptgebäudes seien zurzeit 800 Arbeiter im „Dreischichtbetrieb“ beteiligt.

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