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Verkehrschaos in Mitte : Obdachloser stirbt in S-Bahn-Tunnel

Ein Obdachloser ist am Montag in einem Tunnel am S-Bahnhof Friedrichstraße von einem Zug erfasst und getötet worden. Es gab erhebliche Behinderungen im Verkehr - auch in der Innenstadt, wo auf der Leipziger Straße zwei von drei Spuren gesperrt waren.

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Am Montagmorgen starb ein Mann im S-Bahntunnel an der Friedrichstraße.
Am Montagmorgen starb ein Mann im S-Bahntunnel an der Friedrichstraße.Foto: dpa

Lange 16 Tage war der S-Bahn-Tunnel zwischen Anhalter Bahnhof und Nordbahnhof wegen Gleisbauarbeiten gesperrt. Am Montag  gegen 4 Uhr fuhren die ersten Züge wieder – bis kurz vor 7 Uhr. Dann musste der Verkehr erneut unterbrochen werden – wegen eines Unfalls. Ein offenbar Obdachloser, der im Tunnel unterwegs war,  war von einer S-Bahn erfasst und getötet worden. Der Verkehr der Linien S 1, S 2 und S 25 war bis 9.30 Uhr zwischen Potsdamer Platz und Nordbahnhof unterbrochen. 93 Fahrgäste aus dem Zug hatten den Tunnel über einen Notausstieg verlassen müssen.

Bei dem Wohnungslosen wurden zwei Tüten mit Broschüren in kyrillischer Schrift gefunden, weshalb die Polizei nicht ausschließt, dass der Mann aus Osteuropa stammt. Ein Ausweis wurde nicht gefunden. Ob er sich im Tunnel einen Schlafplatz suchte oder aus einem anderen Grund sich dort aufhielt, ist bisher nicht bekannt.

Wenige Obdachlose übernachten in den Tunneln

Dass Obdachlose in Tunneln übernachten, sei eine Ausnahme, heißt es bei der S-Bahn und der BVG übereinstimmend. Möglichkeiten gibt es durchaus; vor allem im Tunnel der S-Bahn gibt es unverschlossene Räume oder ungenutzte Betonbauten in Großraumbürogröße. Zudem ist es relativ warm. Aber auch laut. Und die Wahrscheinlichkeit, bemerkt zu werden, ist groß. Die BVG hat in ihren Anlagen Infrarotsysteme installiert, die vor allem Sprayer melden sollen. Dies habe sich auch unter Wohnungslosen herumgesprochen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Das Unternehmen lässt auch in diesem Jahr drei U-Bahnhöfe in der Betriebspause geöffnet, damit Obdachlose dort übernachten oder sich aufwärmen können, sagte Reetz. Das Angebot werde aber kaum genutzt.

Verhindern lässt es sich nicht, dass die Tunnel unbefugt betreten werden; an den Eingängen oder vom Bahnsteig aus. Vor kurzem musste der Verkehr der S-Bahn unterbrochen werden, weil ein Mann im Tunnel pinkeln wollte.

Die Fahrgäste im Zug mussten etwa eine halbe Stunde ausharren, ehe sie aussteigen durften. Nach Angaben eines Bahnsprechers musste zunächst der Strom in der Stromschiene neben den Gleisen abgeschaltet werden. Informationen erhielten die Insassen von einem Triebfahrzeugfahrer, der im Bahnhof Friedrichstraße auf seinen Einsatz gewartet hatte und nach dem Unfall zu dem Zug gelaufen war. Dessen Lokführer hatte nach Angaben des Sprechers einen Schock erlitten. Beim Ausstieg über den Notausgang bugsierten Bahnmitarbeiter auch ein Fahrrad über die Stufen nach oben.

Etliche Fahrgäste wichen auf Taxis aus oder gingen am Ende zu Fuß zur Arbeit. Zudem staute sich der Verkehr auf der Leipziger Straße in Mitte. Laut Polizei sind seit dem Morgen zwei von drei Spuren gesperrt. Dies habe mit den Aufbau-Arbeiten für die Premiere des Hobbit-Films am heutigen Montagabend im Sony Center zu tun.

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